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  • 01. September 2014 10:00 Uhr | Als Startseite
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    Zuletzt aktualisiert: 20.08.2012 um 23:35 UhrKommentare

    Die Alternative, die mit sich hadert

    Gespräch im politischen Feindesland: Grünen-Chefin Eva Glawischnig führte das ORF-Sommergespräch in ihrer Kärntner Heimat. Ein Dialog über den grünen Drang in die Regierung, Drogen und Politikverdruss - der in der wichtigsten Frage keine Antworten lieferte. Von Sebastian Krause.

    Grünen-Chefin Eva Glawischnig am Millstättersee

    Foto © APA/ORF/Milenko BadzicGrünen-Chefin Eva Glawischnig am Millstättersee

    Mitten in Kärnten, bislang nicht gerade die gewohnte Umgebung grüner Achtungserfolge, empfing die Grüne Parteichefin Eva Glawischnig ORF-Journalist Armin Wolf zum Sommergespräch. Fünfzig Minuten ackerte sich das Duo am sommerlichen Millstättersee durch eine grüne Standortbestimmung und führte - das ist in Österreich eine Seltenheit - einen in besten Momenten fruchtbaren und aufschlussreichen Dialog. Warum die Grünen die aktuelle Korruptions-Krise nicht nutzen können, blieb jedoch unbeantwortet.

    In dem Gespräch, das sich angenehm von den Parallel-Monologen abhob, zu denen Wolf letzte Woche von BZÖ-Chef Josef Bucher gezwungen wurde, versuchte sich Glawischnig als besonnene Stimme der politischen Vernunft. "Österreich braucht eine Alternative- und das sind wir", betonte die Parteichefin, die als Spitzenkandidatin in die nächste Nationalratswahl gehen will. Nach einer kurzen Standortbestimmung, die Glawischnig vorwiegend zur umfangreichen Bewerbung ihrer Sommertour durch Österreich nutzte, ging es jedoch ans Eingemachte - dem grünen Drang in die Regierung: Eine mögliche Dreier-Koalition mit SPÖ und ÖVP sieht Glawischnig jedoch "skeptisch" und verneinte aus "heutiger Sicht" eine Zusammenarbeit mit der Volkspartei.

    Die Politik-Wissenschaftlerin Kathrin Stainer-Hämmerle sieht darin eine vorsichtige Orientierung an der SPÖ: "Eine wichtige Rolle für den kommenden Wahlkampf auf Bundesebene kommt den Neuwahlen in Kärnten zu". Käme in Kärnten Rot-Grün zustande, so Stainer-Hämmerle, ließe sich dieser Umschwung auch in einem bundesweiten Wahlkampf transportieren. "Am leichtesten hat es da Werner Faymann: Er kann sich zurücklehnen und erst einmal abwarten".

    Kernfrage blieb offen

    Die neue politische Konkurrenz von Frank Stronach nahm Glawischnig betont gelassen. Sie könne sich kaum vorstellen, dass Grün-Sympathisanten mit einem "autoritären Parteikonzept" wie dem des Austro-Kanadiers etwas anfangen könnten. Stainer-Hämmerle sieht die Bindung vieler Wähler zu den Grünen weniger stark: "Protestwähler sind sehr mobil - die Grünen dürfen die ideologische Bindung nicht überschätzen".

    Auffallend häufig musste sich die Parteichefin gängiger Klischees gegenüber den Grünen erwehren. Ihr gelang glaubwürdige Aufräumarbeit, dem ewigen Dauerthema der Legalisierung weicher Drogen stellte Glawischnig einen Kurswechsel entgegen und sprach sich für eine "Entkriminalisierung" von Cannabis aus.

    Der wohl wichtigsten Frage des Abends, jener nach den vergebenen Chancen der Grünen auf mehr Wählerzuspruch im aktuell verdorbenen Polit-Sumpf, wich die Parteichefin aus. Statt nach Ursachen des mageren grünen Wachstums in der Wählergunst zu suchen, versuchte sie, die Fakten zu widerlegen. "Die Antwort weiß Glawischnig selbst nicht", urteilt Stainer-Hämmerle: "Die Grünen sind weniger meinungs- und umfragegetrieben als andere Parteien, scheitern aber daran, im Gegensatz zur FPÖ keine einfachen Antworten geben zu dürfen".

    Zudem seien die Grünen für junge Wähler keine Neuheit mehr, Piraten und selbst Stronach hafte ein frischeres Image an. Den Grünen fehle die Themenführerschaft, fügte die Politwissenschaftlerin an. Davon, den Politikverdruss selbst zum Thema zu machen, rät sie jedoch ab: "Die eigene Branche zu sehr zu kritisieren, schadet den Grünen am Ende selbst".

    SEBASTIAN KRAUSE

    Kommentar

    SEBASTIAN KRAUSEGrüne Delle von SEBASTIAN KRAUSE

    Sommergespräche

    Die "Sommergespräche" werden am jeweiligen Sendungstag am Vormittag/Mittag aufgezeichnet und um 21:05 Uhr in ORF 2 ausgestrahlt. Am Beginn der "Sommergespräche 2012" zeigen Reportagen Kurzporträts der Parteichefs bis zu ihrem Einstieg in die Politik. Der ORF spricht dafür mit Jugendfreunden und Weggefährten und zeigt bisher noch unbekannte Bilder.

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