Russland weist Kritik an Pussy-Riot-Urteil zurück

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Russland hat die scharfe weltweite Kritik an dem Urteil gegen drei Aktivistinnen der Punkband Pussy Riot indirekt zurückgewiesen und im Gegenzug auf Gesetze im Westen verwiesen. In Deutschland drohten für die Beleidigung religiöser Gefühle laut Gesetz bis zu drei Jahre Haft, sagte Außenamtssprecher Alexander Lukaschewitsch. Eine offizielle Stellungnahme Moskaus zu der Kritik gab es zunächst nicht.
Dennoch besteht nach der internationalen Empörung über die Verurteilung der drei Mitglieder der Kreml-kritischen Punkband Aussicht auf eine Abmilderung der Strafe. Russische Medien und Beobachter äußerten am Samstag die Erwartung, dass die Strafe von jeweils zwei Jahren Lagerhaft für die drei Frauen in einem Berufungsverfahren reduziert werden dürfte. Nach der Berufung durch die Verteidiger werde das zuständige Moskauer Gericht vermutlich die zwei Jahre Lagerhaft in ein Jahr verwandeln und "diese Idiotinnen freilassen, damit sie ihre Kinder und Angehörigen wiedersehen können", schrieb die Zeitung "Komsomolskaja Prawda" am Samstag.
Auch Denis Dwornikow von der zivilen Kammer, in der Bürger und Nichtregierungsorganisationen russische Behörden beraten, sagte eine Abmilderung der Strafen voraus. Vermutlich würden die Verurteilten schon einen Monat nach dem Berufungsprozess in die Freiheit entlassen, sagte Dwornikow der Nachrichtenagentur Interfax.
Präsident Wladimir Putin hatte sich Anfang des Monats gegen ein "zu hartes" Urteil ausgesprochen, zu der Gerichtsentscheidung äußerte er sich nicht. Putin habe nicht das Recht, dem Gericht seine Meinung aufzuzwingen, sagte sein Sprecher Dmitri Peskow der Webseite PublicPost.ru. Ein Verteidiger der drei Aktivistinnen, Mark Feigin, schloss eine Begnadigung durch Putin aus. Seine Mandantinnen wollten kein Gnadengesuch einreichen, sagte Feigin dem Radiosender Moskauer Echo.












