Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
22. Mai 2013 11:21 Uhr | Als Startseite
Neu registrieren
FPÖ zückt die Ausländer-Karte Tiroler SPÖ-Chef Reheis wird Oppositionsführer Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Politik Nächster Artikel FPÖ zückt die Ausländer-Karte Tiroler SPÖ-Chef Reheis wird Oppositionsführer
Zuletzt aktualisiert: 17.08.2012 um 05:10 UhrKommentare

Franks Kärntner Spielwiese

Milliardär Frank Stronach hat Kärntner Politiker für sich nützlich gemacht. Seine Projekte jedoch waren Luftblasen. Jetzt ermittelt der Staatsanwalt.

Frank Stronach

Foto © ReutersFrank Stronach

Es wehen Fahnen, es parken Autos. Doch das Klagenfurter Magna-Werk hinter dem Obi-Baumarkt schottet sich ab wie ein Geisterhaus. Donnerstagnachmittag sitzt kein Portier im Foyer, in der Produktionshalle ist niemand zu sehen. Geheimniskrämerei über die Mitarbeiterzahl, ja sogar den Namen des örtlichen Geschäftsführers.

Dabei hatte der Gründer des Autozulieferer-Konzerns Magna, der Milliardär und Neo-Politiker Frank Stronach ganz anderes versprochen: 2005 stellte er mit großer Geste im Congress Center Villach in Aussicht, ein Werk mit 200 bis 300 Mitarbeitern in Kärnten zu etablieren.

Es war ein Luftschloss, ebenso wie die Hotelanlage, die Stronach Ende der 90er in Walterskirchen am Wörthersee bauen wollte. Er scheiterte an Umweltschützern.

Karl Heinz Grasser war es, über den der Tycoon seine Kärnten Connection aufbaute (Grasser bekam später einen Job als Vice President bei Magna).

6,4 Millionen für Schloss Reifnitz

Beim Kauf von Schloss Reifnitz 2005 wurde Stronach von Jörg Haider und Mathias Reichhold (der später "Weltraumbeauftragter" bei Magna wurde) unterstützt. Abgewickelt wurde der Deal über die Kärntner Tourismusholding, in deren Aufsichtsrat der jetzige BZÖ-Obmann Seppi Bucher saß. Stronach zahlte für 62.000 Quadratmeter plus Schloss 6,4 Millionen Euro.

Nachdem der Kärntner Immobilienmakler Rudolf Schaubach, dessen Investor nicht zum Zug kam, den Verkauf als zu billig angezeigt hat, ermittelt jetzt wie berichtet die Kärntner Staatsanwaltschaft. Weil es um eine riesige Summe geht, dürfte die Zuständigkeit an die Wiener Korruptionsstaatsanwaltschaft übergehen. Der Kaufvertrag wurde von Gert Seeber abgewickelt, jenem Kärntner Anwalt, der jüngst durch eine Affäre um seinen Vertrag mit der FPK-Agentur Connect in die Schlagzeilen geriet.

Sind die 6,4 Millionen Euro ein unangemessener Dumpingpreis? Schaubach, der seit 1995 in der Immobilien-Branche ist und mit Hotels, Schigebieten und Eigenjagden handelt, meint: "Bei einer Ausschreibung wäre das Doppelte bis Dreifache zu erzielen gewesen."

Tatsächlich hat Kika-Chef Herbert Koch 2010 sieben Millionen Euro für ein 6000 Quadratmeter Grundstück am Wörthersee plus Villa hingelegt. In Pörtschach wurde eine Villa mit 6500 Quadratmetern gerade um zwölf Millionen Euro verkauft. Aber: 2005 gab es noch mehr Seegründe, die Preise waren niedriger und man kann einwenden, dass von Stronachs Besitz "nur" 16.000 Quadratmeter direkt am See liegen, der Rest ist Wald.

Der Grüne Rolf Holub hat den Verkauf von Anfang an als zu billig kritisiert. Er erinnert sich: "Magna-Chef Siegfried Wolf war damals Hauptaktionär der pleitegegangenen Fluglinie Styrian Spirit. Es ist alles mit allem verwoben. Es wird Volksvermögen verspielt."


Schloss Reifnitz

Erbaut wurde das auch als "Klein Miramar" bekannte Schloss Reifnitz 1898 für Adolf Heinrich Bercht, einem späteren Bürgermeister von Klagenfurt, der 1940 in St. Veit/Glan verstarb.

Vor dem Verkauf an Stronach wurde es von der Gemeinde Maria Wörth als Galerie genützt.

KLEINE.tv

Nordkorea schießt drei Raketen ab

Noch nicht bewertet

 

Politik im Bild

Schwarz-gelber Protest im Nationalrat 

Schwarz-gelber Protest im Nationalrat

 

Griechenland in der Krise



Politiker und Promis im Visier der Justiz

Foto: APA/AP/Reuters
 

Steirische Strukturreform

APA

Die Landesspitze baut die Gemeindestruktur massiv um. Im Jahr 2015 soll es von den derzeit 539 nur mehr 285 Gemeinden geben.



Seitenübersicht

Zum Seitenanfang