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Zuletzt aktualisiert: 15.08.2012 um 21:43 UhrKommentare

Stronach: Wer läuft über?

Der Wechsel des SPÖ-Mandatars Gerhard Köfer zur Partei von Frank Stronach heizt Spekulationen an. Vor allem Abgeordnete des BZÖ werden als mögliche Überläufer gehandelt.

Foto © Reuters

Dass sich Frank Stronach mit Gerhard Köfer einen Nationalratsabgeordneten geangelt hat, erspart ihm viel Arbeit. Denn dessen Unterschrift für ein Antreten der Stronach-Partei bei den Wahlen ist so viel wert wie jene von 867 Unterstützern. Bundesweit müssten 2600 Leute unterschreiben - oder eben drei Abgeordnete. Einen hat Milliardär Stronach mit Köfer bereits.

Deshalb kocht die Gerüchteküche über, wer die nächsten Überläufer aus den Reihen des Nationalrats sein könnten. Als wahrscheinlich nächster Stronach-Mann gilt der 2011 aus dem BZÖ ausgetretene und seither "wilde" Abgeordnete Robert Lugar. Er hatte im "Kurier" erklärt, mit Stronach schon viele Gespräche geführt zu haben, schwärmt von dessen "toller und wertvoller Persönlichkeit". Lugar zeigt sich gegenüber Stronach sehr geneigt. Möglich sei auch, dass der zweite "wilde" BZÖ-Abgeordnete, der Steirer Erich Tadler, der angeblich Geld für seinen Verbleib im BZÖ-Klub wollte und 2010 deshalb ausgeschlossen wurde, zu Stronach wechseln könnte.

Weil das BZÖ generell schlechte Prognosen für den Weiterbestand hat und Kandidaten auf BZÖ-Landeslisten so gut wie keine Wiederwahlchancen haben, tauchen auch andere BZÖler als mögliche Überläufer auf. Dabei werden der Vorarlberger Christoph Hagen und der Tiroler Gerhard Huber genannt. Von der Kleinen Zeitung befragt, erklärt der "25-Prozent-Polizist" Huber, nie mit Stronach geredet zu haben und beim BZÖ zu bleiben. Da er für eine Wiederwahl auf der Landesliste rund 13 Prozent benötigt, denke er daran, wieder Vollzeit-Polizist zu werden.

Der Tiroler Huber behauptet, eine Mitarbeit bei Stronach stehe "nicht auf meinem Lebensplan". Er halte sie für "ausgeschlossen".

Ähnlich ablehnend klingt auch BZÖ-Mandatar Peter Westenthaler, der für Stronach schon gearbeitet hat und wohl kaum Chancen hat, auf der BZÖ-Bundes- oder der Wiener Landesliste neuerlich Kandidat zu sein. "Ich kandidiere nicht für Stronach", behauptet er und betont im selben Atemzug, wie sehr er Stronach schätze und ihm "freundschaftlich verbunden" sei. Seine Zukunftspläne werde er "im Frühjahr" bekannt geben, sagte Westenthaler auf Anfrage. Zum Thema nicht ansprechbar ist BZÖ-Mann Stefan Petzner. Er urlaubt und lässt sein Handy läuten.

Es kursieren auch Gerüchte eines Stronach-Vertrauten, der berichte, Stronach sei auch bei FPÖ und ÖVP fündig geworden.

WOLFGANG SIMONITSCH

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