Pakistanische Stammesgebiete bekommen mehr Rechte

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Bewohner der pakistanischen Stammesgebiete an der Grenze zu Afghanistan bekommen mehr Rechte und sollen ihre regionalen Verwaltungen künftig selber wählen dürfen. Die Reform geschehe "in Einklang mit den Stammesangehörigen und ihren Gewohnheiten und Traditionen", sagte Präsident Zardari in einer im Voraus aufgezeichneten Fernsehansprache zum 66. Unabhängigkeitstag seines Landes am Dienstag.
Bisher gelten in den sieben Stammesgebieten, die Taliban-Kämpfern und Al-Kaida-Terroristen als Rückzugsraum dienen sollen, drakonische Gesetze aus der britischen Kolonialzeit. Verwaltet werden die Gebiete demnach von Beamten, die die Zentralregierung in Islamabad ohne Mitsprache der Stammesangehörigen bestimmt. Diese Verwaltungschefs - die sogenannten Political Agents - sind zugleich Richter und können bei Verstößen Einzelner Sippenhaft verhängen.
Das mehr als 100 Jahre alte System sorgt für Unzufriedenheit unter den Stammesangehörigen, die sich im Vergleich zu anderen Bürgern benachteiligt fühlen. Diese Benachteiligung sorgt Beobachtern zufolge für Zustrom zu radikal-islamischen Aufständischen, die vielerorts Parallelstrukturen errichtet haben. In Aufständischen-Hochburgen wie Nord-Waziristan sind die Vertreter der Zentralregierung und die Sicherheitskräfte weitgehend machtlos.
Zardari rief seine 180 Millionen Landsleute in seiner Ansprache zur Unterstützung der Demokratie in Pakistan auf, das mehr als die Hälfte der Zeit seit der Unabhängigkeit 1947 von Militärs beherrscht wurde. Der Präsident warb für ein "fortschrittliches, moderates und modernes Pakistan".
Das Land war um Mitternacht in der Nacht vom 14. auf den 15. August 1947 mit dem Ende der britischen Kolonialherrschaft entstanden, als sich Pakistan von Indien abspaltete. Indien - das gesellschaftlich stabiler ist und sich wirtschaftlich besser entwickelt hat als Pakistan - feiert den Nationalfeiertag am 15. August. Beide Länder sind Atommächte.












