Mehr als hundert ETA-Häftlinge im Hungerstreik

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Um die Freilassung eines krebskranken Genossen zu erreichen, haben mehr als hundert Häftlinge der baskischen Untergrundorganisation ETA einen Hungerstreik aufgenommen. Weitere 50 Häftlinge wollten sich am Montag der Protestaktion gegen die Inhaftierung des an Krebs erkrankten Iosu Uribetxebarria anschließen, teilten die spanischen Strafvollzugsbehörden mit.
Uribetxebarria wurde wegen der Entführung eines Vollzugsbeamten in den 90er Jahren verurteilt. Am Sonntag schloss sich auch der frühere Anführer der verbotenen Baskenpartei Batasuna, Arnaldo Otegi, der Protestaktion an.
Uribetxebarria erhielt eine Krebs-Behandlung und wurde in ein Krankenhaus in San Sebastian verlegt. Er verlangt wegen seiner Erkrankung eine Freilassung auf Bewährung. Der 54-jährige Otegi ist eine der prominenten Figuren der Basken-Bewegung. Er wurde 2009 festgenommen, weil er versucht haben soll, die 2003 verbotene Batasuna-Partei wieder aufzubauen.
Bis Sonntagabend hätten sich 108 Gefangene an dem Hungerstreik beteiligt, 51 weitere hätten für Montag ihre Teilnahme angekündigt, sagte der Leiter der staatlichen Gefängnisverwaltung, Angel Yuste, am Montag im spanischen Rundfunk.
Die ETA hatte im Oktober 2011 nach gut vier Jahrzehnten ihren bewaffneten Kampf für ein unabhängiges Baskenland in Nordspanien und im Südwesten Frankreichs für beendet erklärt. Bisher unternahm sie aber keine konkreten Schritte zur Entwaffnung und gab auch nicht ihre Auflösung bekannt.
Die Untergrundorganisation wird für den Tod von 829 Menschen verantwortlich gemacht. Vertreter von Opferorganisationen bezeichneten den Hungerstreik der Häftlinge als Beleidigung für die Leidtragendes des ETA-Terrors.












