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Zuletzt aktualisiert: 10.08.2012 um 19:27 UhrKommentare

"Linke Politik nach dem Modell Nordkorea"

Ex-SPÖ-Landesrat Kurt Flecker attackiert seine Partei und Landeshauptmann Voves als "Populisten". Ex-ÖVP-Landesrat Gerhard Hirschmann kontert mit "politischer Grenzintelligenz".

Ideologisch: Flecker - Angriffslustig: Buchmann

Foto © EDER, KANIZAJ Ideologisch: Flecker - Angriffslustig: Buchmann

Das Politik-Modell, von dem Kurt Flecker träumt, gibt es nicht einmal mehr in Kuba, sondern nur noch in Nordkorea", so Ex-ÖVP-Landesrat Gerhard Hirschmann. Denn der ehemalige SPÖ-Landesrat glaube offenbar, "dass sich der Wohlstand einer Gesellschaft durch Beschluss des Politbüros herstellen lässt".

Ausgangspunkt für diese Aussage ist ein Interview Fleckers im Standard, in dem dieser die beiden Regierungschefs Franz Voves und Hermann Schützenhöfer als "Populisten" bezeichnet hatte, die mit ihren "dilettantischen Reformen" funktionierende Strukturen zerstörten: "Wenn diese sogenannte Reformpolitik mit dieser Brutalität so weitergezogen wird, bedeutet das am Ende die Zerstörung eines Landes", so Flecker wörtlich.

"Das Gegenteil ist der Fall, die beiden machen das einzig Richtige", sagt dazu Hirschmann. Ihm tue es "irgendwie weh", wenn Flecker so etwas sage, "denn ich halte ihn immer noch für einen intelligenten Menschen". Die aktuellen Aussagen Fleckers ordnet Hirschmann in die Kategorie "politische Grenzintelligenz" ein, die nur durch dessen "Wahlverwandtschaft zu den Griechen erklärbar" sei. Zur Erklärung: Flecker hat eine Wohnung in Griechenland, in der er seit seiner Pensionierung als Landesrat längere Zeit im Jahr verbringt.

Griechenland ist für Hirschmann der lebende Beweis dafür, dass das "EU-Schuldendilemma nur zu einem kleinen Teil von durchgeknallten Bankern verursacht" worden ist. Vielmehr sei es "zu 95 Prozent auf jahrzehntelange Wählerbestechung durch tolldreiste Politiker" zurückzuführen. Und Flecker würde so weitermachen, wenn er könnte, glaubt Hirschmann.

Von offizieller Seite gibt es keine Reaktionen auf Flecker, weder von Voves ("Kein Kommentar") noch von der SPÖ (Landesgeschäftsführer Toni Vukan: "Kein Kommentar"). Insider sehen Fleckers Attacke auf Voves als Revanche: Bei der Geburtstagsfeier für Soziallandesrat Siegfried Schrittwieser - Fleckers Nachfolger in dieser Funktion - hatte Voves gesagt, dieser müsse mit den Kürzungen im Sozialbereich "jetzt die Suppe auslöffeln, die ein Intellektueller ihm eingebrockt" habe.

"Dabei sein ist alles"

Mit einem aufsehenerregenden Vorstoß meldet sich Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann (ÖVP) zu Wort: Österreich dürfe sich nicht mit dem olympischen Motto "Dabei sein ist alles" zufriedengeben, sondern müsse auch bildungspolitisch vorne mitmischen. Deshalb seine Schlussfolgerung: "Sofort Studiengebühren. Sofort Hochschul-zugangsbeschränkungen. Sofort die gemeinsame Schule aller 6- bis 14-Jährigen." Beim Thema Universitäten lobte er den Vorstoß von Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ), bei der Gesamtschule legt er sich mit seiner Bundespartei an.

CLAUS ALBERTANI

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