Syrischer Premier zur Opposition übergelaufen

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Die Luft um den syrischen Präsidenten Assad wird dünner: Nach zahlreichen hohen Militärs und Diplomaten hat sich nun auch sein Ministerpräsident Hijab ins Ausland abgesetzt. Der Regierungschef ging über die grüne Grenze ins benachbarte Jordanien, berichtete Al-Jazeera unter Berufung auf jordanische Sicherheitskreise. Das Regime zog unterdessen neue Truppen vor der umkämpften Stadt Aleppo zusammen.
Nach Angaben des Syrischen Nationalrates (SNC) sollen zwei weitere syrische Minister und drei Offiziere gemeinsam mit Hijab am Sonntag nach Jordanien geflohen sein. Auf Al-Jazeera bestätigte der Sprecher Hijabs, Mohamed Atari, der Premierminister sei desertiert und habe sich der Opposition angeschlossen. Der Sprecher verlas auch ein Statement Hijabs: "Ich erkläre heute meine Desertion von diesem terroristischen Regime, das für zahlreiche Morde verantwortlich ist, und erkläre, dass ich mich der Revolution für Freiheit und Würde angeschlossen habe. Ich erkläre, dass ich ab heute ein Soldat dieser seligen Revolution bin."
Die Führung in Damaskus verbreitete die Nachricht, dass Hijab aus dem Amt entlassen worden sei. Ein Grund dafür wurde nicht genannt. Zum Übergangspremier wurde Omar Ghalawanji ernannt, der zuvor das Amt des Vize-Premiers innegehabt hatte.
Desertiert ist am Montag auch ein weiterer General der syrischen Armee, wie türkische Medien berichteten. Mit ihm hätten sich weitere fünf ranghohe Offiziere sowie 30 Soldaten in die Türkei abgesetzt.
Mit Blick auf die nördliche Geschäftsmetropole Aleppo sprachen die Staatsmedien am Montag von einer bevorstehenden Entscheidungsschlacht. Angeblich sollen 25.000 Soldaten Stellung bezogen haben. Lediglich Leichtverletzte gab es nach Angaben des syrischen Informationsministers Al-Zohbi bei einem Anschlag auf das Gebäude des staatlichen Fernsehens in Damaskus, das als wichtigstes Propagandainstrument in den Händen des Assad-Regimes gilt. Auf den Sendebetrieb wirkte sich der Anschlag nicht aus.












