Sudan und Südsudan einig in Erdölstreit
Einigung im Streit um Transitgebühren beim Erdölexport zwischen dem Sudan und dem Südsudan. Die beiden Staaten haben ein Abkommen über die finanziellen Details getroffen.

Foto © APA
Das erklärte der Vermittler der Afrikanischen Union (AU), Thabo Mbeki, in der Nacht zu Samstag nach einer Sitzung des Friedens- und Sicherheitsrats der AU in Addis Abeba. Die im Jänner gestoppte Ölförderung werde wieder aufgenommen.
US-Außenministerin Hillary Clinton hatte am Freitag bei einem Besuch in der südsudanesischen Hauptstadt Juba die beiden Staaten zum Kompromiss aufgerufen, um die seit der Unabhängigkeit am 9. Juli 2011 ungelösten Streitfragen zu regeln. Clinton rief auch die südsudanesische Regierung auf, im Streit um die beim Export zu entrichtenden Transitgebühren ein "vorläufiges Abkommen" mit Khartum zu treffen, um eine Wiederaufnahme der Förderung zu erlauben.
Frist von UNO-Sicherheitsrat
Der UNO-Sicherheitsrat hatte den beiden Staaten eigentlich eine Frist bis zum 2. August gesetzt, um den Streit zu regeln. Der Südsudan hat bei der Teilung des Landes drei Viertel der Erdölreserven erhalten. Zum Export ist er aber weiter auf die Ölpipelines des Norden angewiesen. Angesichts von Differenzen über die Transitgebühren hatte Khartum entschieden, als Bezahlung selbstständig Öl abzuzweigen. Der Süden hatte daraufhin im Jänner die Produktion gestoppt.
Damit verlor der junge Staat jedoch 98 Prozent seiner Einnahmen, während die Inflation in die Höhe schnellte. Auch die Wirtschaft des Nordens litt unter dem Produktionsstopp. Zu dem Streit um die Transitgebühren kommen eine Reihe ungeklärter Grenzfragen, insbesondere in den Ölfeldern, hinzu. Die beiden Staaten lieferten sich wiederholt blutige Kämpfe im Grenzgebiet. Zudem werfen sie einander vor, feindliche Rebellengruppen zu unterstützen.
Mbeki kündigte in der Nacht zu Samstag auch ein Treffen zwischen Sudans Präsident Omar al-Bashir und seinem südsudanesischen Kollegen Salva Kiir im September an, um über den Status der erdölreichen Grenzregion Abyei zu sprechen. Trotz der Einigung warf der südsudanesische Chefunterhändler Pagan Amum dem Norden vor, die Gespräche untergraben zu wollen. Insbesondere warf er dem Sudan vor, weiter Luftangriffe auf Ziele im Süden zu fliegen.












