Zehntausende Syrier sitzen in der Falle
Aufgrund der anhaltenden Kämpfe sitzen zehntausende Syrer nach UN-Angaben in ihren Wohnungen fest. Aus Angst, ins Kreuzfeuer zu geraten oder gar gezielt beschossen zu werden, würden sie sich nicht mehr auf die Straße trauen.

Foto © Reuters
Den Not leidenden Menschen Hilfe zu leisten, sei angesichts der gefährlichen Lage im Lande immer schwieriger, sagte die Sprecherin des UN-Flüchtlingshilfswerkes (UNHCR), Melissa Fleming, am Freitag in Genf. Während die Zahl der Flüchtlinge in benachbarten Ländern täglich um hunderte wachse, seien derzeit innerhalb des Bürgerkriegslandes etwa 1,5 Millionen Menschen "entwurzelt und als Flüchtlinge entweder bei Gastfamilien oder in provisorischen Nothilfelagern" untergekommen.
Sicherheitslage "dramatisch"
Vor allem in der umkämpften Großstadt Aleppo sei die Sicherheitslage "dramatisch". Auch aus der Hauptstadt kämen Berichte über Explosionen und eine Ausweitung der Gewalt. So seien in einem ehemaligen Lager für palästinensische Flüchtlinge bei einem Beschuss mit Mörsergranaten 20 Menschen getötet und zehn weitere verletzt worden.
Der Flüchtlingsstrom in Richtung der Nachbarländer gehe unvermindert weiter. Allein in die Türkei würden inzwischen pro Tag 400 bis 600 Syrer flüchten, die meisten von ihnen aus Aleppo. In Damaskus erfasse der Syrische Arabischen Halbmond (SARC), der vom UNHCR unterstützt wird, immer mehr hilfsbedürftige Flüchtlinge, kürzlich rund 700 an einem einzigen Tag.
Evakuierung durch Russland?
Russland schickt nach Angaben aus Militärkreisen unterdessen drei große Landungsboote in die syrische Hafenstadt Tartus, wo es einen Marinestützpunkt unterhält. Jedes der Kriegsschiffe habe bis zu 120 Marineinfanteristen an Bord, berichteten mehrere russische Nachrichtenagenturen am Freitag unter Berufung auf Generalstabskreise. Die Schiffe befänden sich schon im Mittelmeer und würden Ende der Woche in Syrien eintreffen.
Unklar war zunächst der Hintergrund der Aktion. Russland hatte aber erklärt, Soldaten nach Syrien zu entsenden, sollte dies für den Schutz von Landsleuten oder zum Abzug von Material von dem Stützpunkt nötig werden. Tartus ist der einzige Stützpunkt der russischen Seestreitkräfte im Mittelmeer.












