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Zuletzt aktualisiert: 03.08.2012 um 12:20 UhrKommentare

62 Tote bei Massaker in Hama

Wieder sollen in Syrien Frauen und Kinder Opfer eines Massakers geworden sein. Großbritannien verstärkt indes die Hilfe für die syrische Rebellen und Serbien evakuiert seine Bürger.

Foto © Reuters

Syrische Regierungstruppen sollen nach Angaben von oppositionellen Aktivisten in der zentralsyrischen Stadt Hama ein Massaker verübt haben. Unter den 62 Opfern im Stadtteil Al-Arbain seien auch Frauen und Kinder, teilten die "Lokalen Koordinationskomitees", ein Dachverband von örtlichen Aktivisten, am Freitag mit. In dem Stadtteil seien Gebäude beschädigt, auf den Dächern seien Scharfschützen der Regimetruppen postiert. Die Angaben ließen sich von unabhängiger Seite nicht überprüfen.

Hama ging 1982 als Hort des Widerstands in die syrische Geschichte ein. Damals ließ Präsident Hafez al-Assad einen Aufstand von Muslimbrüdern extrem brutal niederschlagen. Dabei sollen bis zu 30.000 Menschen getötet worden sein.

Syrisches Regime verstärkt Truppen in Aleppo

Das syrische Regime hat seine Truppen in der heftig umkämpften Stadt Aleppo verstärkt. "Dutzende Lastwagen mit Soldaten und mehr als 100 Panzer wurden rund um Aleppo in Stellung gebracht", sagte der örtliche Rebellenführer Abu Omar al-Halebi am Freitagmorgen der Deutschen Presse-Agentur. Die Regimetruppen hatten bereits am vergangenen Wochenende eine Gegenoffensive gegen die Aufständischen in der nördlichen Geschäftsmetropole gestartet. Diese zeigte jedoch bisher keine greifbaren Ergebnisse. Stattdessen konnten die Rebellen mehrere Sicherheitszentralen einnehmen.

Beim Beschuss eines palästinensischen Flüchtlingslagers in Damaskus sind nach Angaben von syrischen Menschenrechtsaktivisten mindestens 21 Zivilisten getötet worden. Unter den Opfern seien auch zwei Kinder, teilte die in London ansässige Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Freitag mit. Wer für den Mörserbeschuss des Lagers am Donnerstagabend in Jarmuk (Yarmuk) im Süden der syrischen Hauptstadt verantwortlich sei, sei noch unklar. In dem benachbarten Viertel Tadamun habe es zu dem Zeitpunkt Kämpfe gegeben. In der Flüchtlingssiedlung, dem größten palästinensischen Lager in Syrien, leben nach Angaben der Vereinten Nationen offiziell 148.500 Menschen.

Großbritannien verstärkt Hilfe für syrische Rebellen

Nach der Rückzugsankündigung des internationalen Syrien-Vermittlers Kofi Annan hat Großbritannien eine Aufstockung seiner nichtmilitärischen Hilfe für die Aufständischen angekündigt. "Das bedeutet nicht (...), dass wir die Diplomatie aufgeben", sagte Außenminister William Hague am Freitag dem Sender BBC. "Wir geben die Diplomatie mit Russland und China nicht auf, aber wir werden auch andere Dinge tun müssen." Großbritannien habe den Aufständischen bereits mit Kommunikationsmitteln und ähnlichen Dingen geholfen. Angesichts von Tod und Leid in Syrien solle diese Hilfe nun ausgebaut werden.

Zuvor hatte schon US-Präsident Barack Obama nach Informationen aus Regierungskreisen die CIA und andere US-Geheimdienste zur geheimen Unterstützung syrischer Rebellen ermächtigt. Die Direktive sehe vor, dass die USA dazu mit einer geheimen Kommandozentrale zusammenarbeiteten, die von der Türkei und Verbündeten betrieben werde. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Reuters erfahren, die Türkei, Saudi-Arabien und Katar hätten im südtürkischen Adana nahe der syrischen Grenze einen geheimen Stützpunkt für die Gegner des Regimes von Präsident Bashar al-Assad aufgebaut. Von dort würden die Rebellen heimlich mit Militär- und Kommunikationsausrüstung versorgt.

Unabhängig von der geheimen Anordnung des US-Präsidenten gab die US-Regierung bekannt, insgesamt 25 Millionen Dollar für syrische Oppositionelle bereitzustellen, zehn Millionen mehr als zunächst geplant. Die Summe sei vorgesehen für Unterstützung wie etwa Kommunikationstechnik, erklärte das Außenministerium in Washington.

Russland und China haben Resolutionen gegen Syrien im Westsicherheitsrat blockiert. Sie sehen in den Forderungen der westlichen Staaten nach Assads Rücktritt eine unzulässige Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Landes. Außerdem verlangen sie, dass auf alle Konfliktparteien gleichermaßen Druck ausgeübt wird.

Serbien evakuiert Bürger aus Syrien

Serbien hat am Freitag mit der Evakuierung seiner Bürger aus Syrien begonnen. Wie die staatliche Presseagentur Tanjug berichtete, sei eine Maschine der staatlichen Fluggesellschaft Jat Airways um 7.00 Uhr nach Damaskus abgeflogen. Sie wird gegen 15.00 Uhr in Belgard erwartet. Nach Angaben der serbischen Botschaft in der syrischen Hauptstadt haben bisher 43 Personen ihren Ausreisewunsch bekundet. Ein Großteil davon wohnt in Damaskus.

Ministerpräsident Ivica Dacic hatte kürzlich erklärt, dass in Syrien einige hundert serbische Bürger, mehrheitlich Frauen, die in das vom Bürgerkrieg gebeutelte Land geheiratet haben, leben würden. Vor dem Zerfall Jugoslawiens 1991 hatten viele syrische Studenten in Serbien und in anderen damaligen Teilrepubliken studiert.


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