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Zuletzt aktualisiert: 01.08.2012 um 16:53 UhrKommentare

"Pussy-Riot"-Musikerin erleidet Schwächeanfall

Im Prozess gegen Mitglieder der regierungskritischen russischen Punkband "Pussy Riot" hat eine der drei angeklagten Frauen einen Schwächeanfall erlitten. Ihr Verteidiger kritisierte die Haftbedingungen.

Maria Alechina (rechts) erlitt einen Schwächeanfall

Foto © APMaria Alechina (rechts) erlitt einen Schwächeanfall

Maria Alechina sei wegen eines zu niedrigen Blutzuckerspiegels im Moskauer Gerichtssaal kollabiert, sagte Verteidiger Nikolai Polosow. Am dritten Prozesstag erneuerte der Anwalt zudem seine Kritik an den Haftbedingungen der Frauen.

Als im Prozessverlauf drei Krankenwagen zum Gericht kamen, hieß es von Mitarbeitern zunächst, allen drei Frauen gehe es schlecht. Später sagte Polosow der Nachrichtenagentur Interfax, die Rettungskräfte seien wegen Alechina gekommen. "Sie haben ihr die notwendigen Spritzen gegeben", sagte der Verteidiger. Den niedrigen Blutzuckerspiegel führte Polosow darauf zurück, dass Alechina Vegetarierin sei und sich in der Haft nicht richtig ernähren könne.

Kritik an den Haftbedingungen

Der Anwalt der Musikerinnen bekräftigte außerdem seine Kritik an den Haftbedingungen der Musikerinnen. "Sie werden nach Mitternacht ins Gefängnis zurückgebracht, bekommen kein Abendessen und können dann nur wenige Stunden schlafen", sagte Polosow. Bereits zuvor hatte die Verteidigung kritisiert, die Frauen würden morgens um fünf Uhr geweckt und bekämen mitunter zwölf Stunden lang nichts zu essen.

Der Prozess gegen Alechina und die ebenfalls seit März inhaftierten Musikerinnen Nadeschda Tolokonnikowa und Jekaterina Samuzewitsch hatte am Montag begonnen. Obwohl Alechina bereits am ersten Verhandlungstag nach einigen Stunden über Kopfschmerzen klagte, wurde die Verhandlung bis zum späten Abend fortgesetzt. Als die drei Frauen am Mittwoch in Handschellen in das Gerichtsgebäude geführt wurden, sagte Alechina jedoch, es gehe ihr gut.

Den Frauen wird "Rowdytum" vorgeworfen, wofür ihnen bis zu sieben Jahre Haft drohen. Die Band hatte im Februar in einer Moskauer Kathedrale aus Protest gegen den damaligen Ministerpräsidenten und heutigen Staatschef Wladimir Putin unter anderem den Satz "Maria, Mutter Gottes - verjage Putin!" gesungen. Auch international wird der Prozess scharf kritisiert und als politisch motiviert angesehen.

Staatssekretär Wolfgang Waldner (V) hat die sofortige Freilassung der Frauenband "Pussy Riot" gefordert. Der Vorsitzende der sozialdemokratischen Fraktion im EU-Parlament, Hannes Swoboda, übte scharfe Kritik an russischer Justiz und Regierung. "Das Gerichtsverfahren gegen die Mitglieder der Punkband 'Pussy Riot' wird immer mehr zur Farce", sagte Swoboda.


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