Industrie kämpft gegen die Talfahrt
Die Industrie der Euro-Länder gerät immer stärker unter Druck: Im achten Monat in Folge sanken die Exportaufträge und die Geschäfte laufen so schlecht wie seit drei Jahren nicht mehr. Vor einer mehrmonatigen Schwächephase wird gewarnt.

Foto © APASparmaßnahmen von Unternehmen sorgen für gestrichene Stellen
Die Geschäfte in der Industrie der Euro-Zone laufen so schlecht wie seit über drei Jahren nicht mehr. Der Einkaufsmanagerindex fiel um 1,1 auf 44,0 Punkte, teilte das Markit-Institut am Mittwoch zu seiner Umfrage unter 3.000 Unternehmen mit. Das ist der schlechteste Wert seit Mitte 2009. Damit entfernte sich das Barometer weiter von der 50-Punkte-Marke, ab der Wachstum signalisiert wird. "Der Industriesektor ist noch tiefer in die Krise geschlittert", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. "Er dürfte damit auch im dritten Quartal hauptverantwortlich für ein weiteres Abgleiten der Euro-Zone in die Rezession bleiben."
Die Exportaufträge sanken bereits den achten Monat in Folge. Besonders schwach lief der Handel zwischen den Euro-Ländern. "Dass die Unternehmen wegen der beschleunigten Produktions- und Auftragsrückgänge Stellen gestrichen und ihre Lager geräumt haben, deutet darauf hin, dass die Branchenakteure eine mehrmonatige Schwächephase befürchten", sagte Williamson.
Flaute betrifft fast alle
Die Flaute hat inzwischen nahezu alle Euro-Länder erfasst. Mit der deutschen und der französischen Industrie ging es so stark bergab wie seit drei Jahren nicht mehr, während Spanien und Griechenland nach wie vor am tiefsten in der Krise stecken. "Lediglich Irland ist seit Jahresbeginn auf dem Weg der Besserung und verzeichnet dank steigender Exporte auch wieder Produktionszuwachs", sagte Williamson. "Irland zeigt mustergültig, dass der Schlüssel zur Verhinderung einer unausweichlich erscheinenden Abwärtsspirale in einer besseren Wettbewerbsfähigkeit liegt."












