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Zuletzt aktualisiert: 31.07.2012 um 17:08 UhrKommentare

Arm trotz Arbeit

Die Caritas fordert Maßnahmen gegen die Zunahme der "working poor" - jener Erwerbstätigen, die trotz Arbeitsplatz armutsgefährdet sind. Gerade Alleinerziehende und Menschen mit niedrigem Bildungsabschluss aber auch Pensionisten sind besonders gefährdet.

Foto © APA

Es gebe "zu wenig Erwerbsarbeit, von der man leben kann", sagte Caritas-Präsident Franz Küberl im APA-Interview. Auch bemerke man in den Caritas-Sozialberatungen einen Zulauf von Pensionisten.

Die Mitte der Gesellschaft sei sozial gesehen zwar "bombensicher", sagte Küberl. "Aber der Sozialstaat muss auch am Rand krisenfest sein." Hier gehe ihm die Ernsthaftigkeit der Politik ab. Er würde sich wünschen - sowohl für Österreich als auch für Europa - "dass Armen dieselbe Aufmerksamkeit zukommt wie den Banken", so der Präsident.

Es gehe um die Frage des gerechten Lohns, verwies Küberl auf die Enzyklika Rerum Novarum, die Papst Leo XIII. im Jahr 1891 verfasst hatte und dort ebendiese Lohngerechtigkeit eingefordert hatte. "Das muss man sicherstellen", so der Präsident. Es gehe darum, die Armut "stückweise zu entschärfen und abzubauen". In Österreich gebe es das Phänomen, dass es den meisten sehr gut gehe - damit fehle bei vielen das Bewusstsein, dass es auch Bürger gibt, denen es nicht gut geht. Die Beschäftigungspolitik sei jedenfalls der "Kern" in der Armutsbekämpfung.

Besorgt gab sich Küberl auch angesichts des von der Caritas registrierten Zulaufs von Pensionisten bei der Sozialberatung. Man müsse sich daher die Frage stellen, ob die Höhe des Ausgleichszulagenrichtsatzes - die Mindestpension - die richtige sei. Dieser sollte erhöht werden, meinte Küberl. Ebenfalls von Armut bedroht sieht er Alleinerziehende und Familien mit mehreren Kindern. Hier werde die Zahl jener, die sich an die Sozialberatung wenden, "signifikant mehr".

Quelle: APA

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