Syrisches Regime bläst zur Gegenoffensive

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Mit Beginn des Fastenmonats Ramadan hat das syrische Militär eine massive Gegenoffensive gegen die Aufständischen gestartet. Nach Angaben der Opposition überrannten die Regierungstruppen am Samstag einen Vorort von Damaskus. Nördlich der Stadt Homs seien Truppen zusammengezogen worden. Die Handelsmetropole Aleppo war den zweiten Tag in Folge heftig umkämpft.
Die Rebellen kündigten an, sie wollten die gefürchteten Chemiewaffen des Assad-Regimes unter ihre Kontrolle bringen. "Wir haben eine Gruppe, die die Chemiewaffen sichern soll", sagte General Adnan Silou, ein ranghoher Überläufer zur Freien Syrischen Armee, der britischen Zeitung "Daily Telegraph". Silou, der unter Assad selbst für die Waffen zuständig war, sprach von zwei Lagerstandorten für Giftgas - einer östlich von Damaskus, einer nahe Homs. Syrien soll größere Mengen der Kampfstoffe Sarin und Senfgas besitzen.
UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon schickt zwei seiner höchsten Militärexperten nach Syrien. Er werde seinen Untergeneralsekretär für Friedensmissionen, Herve Ladsous, in die Krisenregion entsenden, sagte Ban am Samstag bei einem Besuch in Kroatien. Gleichzeitig solle General Babacar Gaye "vorerst in dieser kritischen Phase" die Beobachtermission Unsmis leiten. Der Senegalese ist einer der ranghöchsten Militärs innerhalb der Vereinten Nationen. Die UNO-Mission Unsmis war am Freitag in letzter Minute um weitere 30 Tage verlängert worden. Ihr bisheriger Führer, der norwegische General Robert Mood, stand aber nicht noch einmal zur Verfügung. Die syrische Muslimbruderschaft erklärte indes den Friedensplan von UN-Sondervermittler Kofi Annan für gescheitert.
Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR schätzt, dass seit Beginn der Aufstände vor 16 Monaten rund eine Million Syrer aus Angst um ihr Leben ihre Heimatstädte verlassen haben. Syrien hat 21 Millionen Einwohner.












