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Zuletzt aktualisiert: 14.07.2012 um 22:12 Uhr

Da Karriere-Ende, dort neue Perspektiven

Landespolitik-Chefin Antonia Gössinger in ihrer Kolumne Salz & Pfeffer über die ÖVP, die Martinz-Rücktritt bis zum Prozess-Ende aufschiebt und den Spittaler Stadtchef, der in Kontakt mit Politik-Rebell Stronach steht.

Josef Martinz

Foto © KLZ/WeichselbraunJosef Martinz

Einen Rücktritt von ÖVP-Chef Josef Martinz werde es am Montag nicht geben. Es gelte der Beschuss vom Jänner. Danach wird die Entscheidung nach dem erstinstanzlichen Urteil gefällt. Die Einberufung der Gremien diene der Vorbereitung für die Landtagssitzung am Donnerstag. Ein Rücktritt zum jetzigen Zeitpunkt könnte Martinz im laufenden Prozess als Schuldeingeständnis ausgelegt werden, verlautet aus der Führungsriege. Man wolle sich die Entwicklung nicht vom Prozessverlauf diktieren lassen. Das hat längst stattgefunden.

Das Geständnis von Steuerberater Dietrich Birnbacher, seine Leistungen seien 300.000 Euro und nicht zwölf bzw. sechs Millionen Euro wert gewesen, hat Martinz irreparabel beschädigt. Das ist unabhängig davon, wie das Schöffengericht über ihn urteilen wird. Im Hintergrund läuft längst die Obmann-Suche. Landesrat Achill Rumpold wehrt sich deshalb vehement dagegen, in die Mitwisser-Rolle gedrängt zu werden. Der Verdacht ist im Zuge des Prozesses entstanden. Der zweite Parteichef-Kandidat, Wirtschaftskammer-Präsident Franz Pacher, ist auf Tauchstation gegangen. Der Einzige, der ausspricht, was alle denken, ist der Klubobmann der Villacher ÖVP, Markus Steinacher: "Mit Martinz können wir in keine Wahl gehen." Dessen wird sich der ÖVP-Chef selbst bewusst sein. Deshalb stellt sich die Frage nach der persönlichen Dimension: Warum tut Martinz sich und seiner Familie den scheibchenweisen Abgang an? Bei FPK-Chef Uwe Scheuch schließt sich noch die Frage an, warum er seine Person dem Land weiter zumutet. Denn wie immer die Verfahren gegen Martinz und Scheuch ausgehen, als Politiker sind sie diskreditiert.

Köfer in Kontakt mit Stronach

Während sich manche Politiker-Karriere dem Ende zuneigt, eröffnen sich für andere neue Perspektiven. Der Spittaler Bürgermeister Gerhard Köfer (SPÖ) ist mit Frank Stronach in Kontakt. Der austro-kanadische Magna-Gründer bastelt an einer Partei, die bei der Nationalratswahl antreten soll. Seinen früheren Manager Siegfried Wolf hätte er gerne als Kanzler-Kandidat. Und Köfer als Spitzenkandidat für Kärnten auf der Liste? "Klar redet man, aber sehr unverbindlich", bestätigt Köfer Gespräche. In der Ablehnung des Europäischen Stabilitiätsmechanismus (ESM) sind sie sich einig. Der Kontakt mit Stronach gilt aber einem anderen Zweck, zumindest vorerst: der energetischen Behandlung der edlen Pferde des Super-Reichen in Ebreichsdorf.

Antonia Gössinger

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