ÖVP-Experten brechen mit Bildungstabus der Partei

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Unter dem Titel "Unternehmen 2025" lässt die ÖVP derzeit Experten einen Maßnahmenkatalog für "die Stärkung des Wirtschaftsstandortes" ausarbeiten. Und im Kindergarten- und Schulbereich entsprechen die ersten Zwischenergebnisse in einem hohen Maß ganz und gar nicht der derzeitigen Parteilinie, zeigt das der APA vorliegende Papier, aus dem auch Zeitungen und das "Ö1-Morgenjournal" zitierten.
Beim Thema Gesamtschule lassen die Empfehlungen an einer Stelle Sympathien für eine gemeinsame Schule erkennen: "Die bisherige Fokussierung auf die Aufteilung von Kindern auf zwei Schultypen im Alter von 10 Jahren nimmt so viel Zeit und Energie auf schulischer und politischer Ebene in Anspruch, dass das eigentliche Ziel einer potenzialorientierten Leistungsdifferenzierung vernachlässigt wird." An anderer Stelle wiederum wird eine "einheitliche Bundeskompetenz für alle Schulen der Sekundarstufe 1" vorgeschlagen - was ebenfalls nicht der derzeitigen ÖVP-Linie entspricht.
Weitere Vorschläge: Eine Verlängerung der Sekundarstufe 1 auf fünf Jahre, die mit einer "Mittleren Reife" nach der neunten Schulstufe abgeschlossen werden soll. Nach der neunten Schulstufe wiederum soll eine "Vertiefung der Kernkompetenzen bei gleichzeitiger Reduktion der verpflichtenden Unterrichtsgegenstände" erfolgen. Schülern soll so die Belegung von Wahlmodulen ermöglicht werden.
Auch der Fächerkanon wird überdacht: Fächer wie Geschichte, Geografie, Musik, Religion und Politische Bildung auf der einen Seite und technische, naturwissenschaftliche und verwandte Disziplinen wie Werken andererseits sollen zusammengefasst und übergreifende Zusammenhänge vermittelt werden.
Die Experten scheuen sich auch nicht davor, einer ÖVP-Kernklientel auf die Zehen zu treten: "Lehrer sollten gleich viel Urlaubsanspruch haben wie Angestellte in der Privatwirtschaft." Umgekehrt sollen sie auch in der Schulzeit Urlaub nehmen können - gleiches soll übrigens auch für Schüler gelten (angedacht werden fünf Tage in Jahr). Insgesamt soll es mehr effektive Unterrichtszeit geben, etwa durch zwei Wochen weniger Ferien pro Jahr.












