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Zuletzt aktualisiert: 11.07.2012 um 10:47 UhrKommentare

Schwarzer Vorwahlkampf stört Rot und Grün nicht im Geringsten

Das Strategiepapiers für Funktionäre, in dem die ÖVP gegen eine mögliche rot-grüne Koalition wettert, scheint die SPÖ und die Grünen kalt zu lassen. Es sei "so daneben, dass es sich von selbst richte".

Die ÖVP im Vorwahlkampf

Foto © APADie ÖVP im Vorwahlkampf

Der schwarze Vorwahlkampf in Form des Strategiepapiers für Funktionäre, in dem die ÖVP gegen eine mögliche rot-grüne Koalition wettert, scheint die SPÖ und die Grünen nicht im Geringsten zu stören. Die "ÖVP-Sommerbeschäftigung" sei kein Problem für die SPÖ, gab sich deren Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter am Mittwoch auf APA-Anfrage betont gelassen. Auch sein grünes Pendant Stefan Wallner zeigte sich unbeeindruckt. Die Kampagne zeige nur, dass die ÖVP im Moment keine eigenen Themen habe, meinte er.

"Rot-Grün heißt Chaos und Anarchie"

Kräuter sah sich durch das Strategiepapier, das Formulierungen wie "Rot-Grün heißt Chaos und Anarchie" oder "Rot-Grün heißt Abschaffung der Ehe" enthält, an das amerikanische "dirty campaigning" erinnert. Es werde aber kein "reflexartiges Kontrastprogramm" gegen Schwarz-Blau geben, denn die Berichterstattung über den Korruptions-U-Ausschuss spreche ohnehin für sich, versicherte er. Die SPÖ will stattdessen auf "konstruktive Parteiarbeit" setzen und sich über den Sommer auf den Bundesparteitag am 13. Oktober vorbereiten.

Die Grünen halten die schwarze Kampagne gar für "so daneben", dass sie sich von selbst richte. "Es klingt ein bisschen wie Panik auf der Titanic", stellte Wallner fest. "Erschreckend und bemerkenswert" sei, dass sich die ÖVP in Stil und Inhalt kaum noch von der FPÖ unterscheide - dass der bürgerliche Wähler diesen Stil "überhaupt nicht" schätze, sei aber offenbar übersehen worden. Ein solches "Pamphlet" hätte es unter Josef Pröll nicht gegeben, glaubt der grüne Bundesgeschäftsführer. Es sei daher fraglich, ob Vizekanzler Michael Spindelegger seine Partei noch unter Kontrolle habe.

ÖVP-Generalsekretär Hannes Rauch verteidigte das Strategiepapier im Ö1-"Morgenjournal". Es sei ein in der Parteizentrale beschlossener Schwerpunkt, neben eigenen Themen in den kommenden Monaten aufzuzeigen, was Rot-Grün bedeuten würde. Eine derartige Koalition schwebe nämlich nach Ansicht Rauchs "wie ein Damoklesschwert über uns". Danach gefragt, ob die ÖVP sich im Wahlkampf nicht lieber eigenen Themen widmen sollte, betonte er: "Aber selbstverständlich wird die ÖVP auch auf Themen setzen", Abgrenzung zum politischen Mitbewerb sei aber im Wahlkampf, "der die ÖVP nach vorne bringen soll", wesentlich. Schwarz-Grün in Oberösterreich funktioniere deswegen, weil es dort einen starken Regierungschef gebe, erklärte er. Weiteren "Koalitionsspielchen" wolle er sich aber erst nach der Wahl widmen.

Die Arbeit in der Bundesregierung werde durch die Kampagne jedenfalls nicht beeinträchtigt, beteuerten sowohl ÖVP als auch SPÖ. Die Regierung funktioniere schließlich, so Rauch.


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