Berlakovich bei Temelin-Hearing

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Umweltminister Berlakovich hat der Atomenergie am Freitag bei einem Hearing zum Ausbau des tschechischen AKW Temelin in Ceske Budejovice eine scharfe Absage erteilt. "Atomkraft ist eine Todesenergie, sie ist weder sicher noch beherrschbar. Niemand kann uns die absolute Sicherheit von Atomkraftwerken garantieren. Das haben uns auch Tschernobyl und Fukushima deutlich gezeigt", sagte Berlakovich.
"Die atomare Wolke macht vor Staatsgrenzen keinen Halt", so Berlakovich in der einzigen Anhörung zu dem Projekt, die unter strengen Sicherheitsvorkehrungen in einer Sporthalle in Budweis stattfindet. Der österreichische Umweltminister übte Kritik daran, dass die von tschechischer Seite vorgelegten Unterlagen "in vielen Bereichen unvollständig und unzureichend" seien. Es sei nicht einmal klar, um "welchen Reaktortyp es sich überhaupt handelt". Wichtige sicherheitsrelevante Fragestellungen seien in den Unterlagen zur grenzüberschreitenden Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) "nur unzureichend beantwortet".
Die tschechischen Behörden müssten die Anliegen und Bedenken aus Österreich ernst nehmen und ins Verfahren aufnehmen, forderte der Minister. "Atomkraft darf keine Zukunft haben. Rund ein Jahr nach dem verheerenden Unfall in Fukushima noch auf Atomkraft zu setzen, ist verantwortungslos und fahrlässig", so Berlakovich. Das AKW Temelin soll bis 2025 um zwei Druckwasser-Reaktoren französischer, amerikanischer oder russischer Konstruktion erweitert werden. Die Baukosten werden auf sieben bis zwölf Milliarden Euro geschätzt.
An der Anhörung in einer Sporthalle in Ceske Budejovice nahmen am Freitag nur rund 100 Personen teil. Anwesend waren auch österreichische Atomgegner. Das Hearing grenzt an "Verhöhnung der Atomgegner" - so drastisch formulierte es die oberösterreichische Grüne Klubobfrau Ulrike Schwarz. Die Anhörung laufe unter widrigen Umständen ab, Präsentationen würden nur in tschechischer Sprache durchgeführt.












