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Zuletzt aktualisiert: 18.06.2012 um 13:23 UhrKommentare

Heinrich Harrer war offenbar auch für CIA tätig

Foto © APA

Heinrich Harrer war erfolgreicher Bergsteiger und Vertrauter des Dalai Lama, aber auch Mitglied der SA, SS und der NSDAP. Das sind die bisher bekannten Fakten in der Biografie des Kärntners. Doch nun sind dem Journalisten und Autor Gerald Lehner zufolge Dokumente aufgetaucht, die nahelegen, dass Harrer in den 50er Jahren in der tibetischen Hauptstadt Lhasa für die CIA gearbeitet hat.

Die Dokumente seien Lehner zugespielt worden, sagte er am Montag zur APA. Bei den Dokumenten geht es um zwei Briefe Harrers an den Ersten Sekretär der US-Botschaft in Indien, Fraser Wilkins, vom Juli bzw. August 1951. Die Botschaft hatte diese Dokumente mit dem Vermerk "Secret" (geheim) an das Außenministerium in Washington weitergeleitet und in 24 Punkten Kommentare zu Harrers Schreiben angefügt.

Der Kernsatz, der auf eine längerfristige Zusammenarbeit des Kärntners mit den Amerikanern hinweist, findet sich unter Punkt drei der Kommentare: "Heinrich Harrer, der diskret und erfolgreich mehrere Missionen im Auftrag von amerikanischen Offiziellen in Indien in Bezug auf den Dalai Lama abgeschlossen hat, scheint das Vertrauen und die Treue des Dalai Lama zu genießen."

Laut Lehner gibt es zwei Möglichkeiten für die - anonyme - Quelle, die ihm diese Dokumente zugespielt habe. Einerseits könnte es sich um Personen aus dem Umfeld von Wikileaks und dessen Gründer Julian Assange handeln. Andererseits könne es auch jemand sein, der etwas gegen Harrer habe und in den National Archives der USA in eben freigegebenen Dokumenten fündig geworden sei. Warum diese Person auf ihn gekommen sei, erklärte Lehner, Autor des Buches "Zwischen Hitler und Himalaya. Die Gedächtnislücken des Heinrich Harrer" (Czernin-Verlag), damit, dass seine Arbeit über Harrer in den USA und Kanada bekannt sei.

Das geheime Engagement der USA in Tibet gegen die Volksrepublik China unter Mao Tse Tung würde jedenfalls ihrer Strategie im Kalten Krieg in Europa durchaus entsprechen. Dort hatten die USA in westeuropäischen Staaten sogenannte Stay-Behind-Organisationen (SBOs) gegründet, die sich im Falle eines Angriffs des Warschauer Pakts überrollen lassen und hinter den feindlichen Linien einen Guerilla-Krieg organisieren sollten. In Friedenszeiten sollten diese Organisationen Bestrebungen kommunistischer Parteien unterlaufen, an der Macht in westeuropäischen Staaten zu partizipieren.

Quelle: APA

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