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Zuletzt aktualisiert: 07.06.2012 um 15:49 UhrKommentare

Afghanischer Präsident über NATO-Angriffe empört

Foto © APA

Wegen eines Luftangriffes mit mutmaßlich 18 toten Zivilisten hat der afghanische Präsident Karsai heftige Kritik an der NATO geübt. Auf Grund der Gewalt in seinem Land brach er zudem am Donnerstag seine China-Reise ab. Bei einem Blitzbesuch in Kabul forderte US-Verteidigungsminister Panetta Pakistan unterdessen dazu auf, gegen Rückzugsräume von Terroristen im Grenzgebiet zu Afghanistan vorzugehen.

Die USA habe nur "begrenzte Geduld", so der Verteidigungsminister. Am Montag hatte eine US-Drohne in Pakistan die "Nummer zwei" des Terrornetzes Al-Kaida getötet.

"NATO-Operationen, die Zivilisten körperlichen und materiellen Schaden zufügen, können in keiner Weise gerechtfertigt, akzeptiert oder toleriert werden", rügte Karzai die NATO. Die NATO-Schutztruppe ISAF teilte mit, sie untersuche die Vorwürfe über zivile Opfer am Mittwoch in der ostafghanischen Provinz Logar. Die ISAF hat zugegeben, dass es in der Gegend in der fraglichen Zeit einen Luftangriff gab. Nach Angaben des Provinzrates starben dabei neben sechs Taliban-Kämpfern auch 18 Zivilisten, darunter viele Kinder.

Am Mittwoch hatten in der südafghanischen Stadt Kandahar außerdem zwei Selbstmordattentäter der Taliban 23 Menschen mit in den Tod gerissen. Trotz der anhaltenden Gewalt sagte Panetta: "Wir sind dem Erreichen unserer Ziele hier in Afghanistan näher gekommen." Die Taliban seien geschwächt worden. Es sei aber "extrem wichtig", dass Pakistan Terroristen Rückzugsräume verwehre. Sonst sei es schwierig, Sicherheit in Afghanistan zu schaffen.

Bei einem US-Drohnenangriff im Stammesgebiet Nord-Waziristan war am Montag nach Angaben aus pakistanischen Geheimdienstkreisen der Topterrorist Abu Jahja al-Libi getötet worden. Panetta erwähnte Libi am Donnerstag nicht ausdrücklich. Der Besuch des Verteidigungsministers war aus Angst vor Anschlägen nicht angekündigt worden. Panetta reiste bereits zum vierten Mal seit seinem Dienstantritt vor knapp einem Jahr nach Afghanistan.

Das afghanische Präsidentenbüro erklärte unterdessen, Karsai werde wegen der Gewalt in Afghanistan seinen Aufenthalt in China verkürzen und "sehr bald" zurückkehren. Karsai nahm in Peking am Treffen der Shanghaier Kooperationsorganisation (SCO) teil.

Quelle: APA

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