Überlebenskampf einer Zeitung
Im zehnten Bestandsjahr der slowenischen Wochenzeitung Novice geht es ums Überleben. Sie hat eine Auflage von 3500 Stück.

Foto © Eggenberger (2)Nanti Olip (links) und Marjan Sturm
Aus zwei mach eins, so wurde 2003 der Spagat vollzogen und aus Naš tednik (seit 1949) und Slovenski Vestnik (seit 1953), den zwei traditionellen Wochenzeitungen der Slowenenorganisationen Rat und Zentralverband, eine gemeinsame: Novice. Jetzt, im zehnten Bestandsjahr, geht es ums Überleben dieser Wochenzeitung mit 3500 Stück Auflage.
Der generelle Minus-20-Prozent-Sparstift Sloweniens als Hauptförderer wirkt sich drastisch aus: Statt 360.000 Euro von 2011 gibt es heuer nur noch 265.000 Euro - bei einem Jahresbudget von 500.000 Euro. Österreich hat die Volksgruppenförderung seit 1995 überhaupt eingefroren. Wobei Novice zum Jahresende das 200.000-Euro-Minus der Anfangsjahre auf "plus-minus null stellen will", wie die Geschäftsführer Marjan Sturm (Zentralverband) und Nanti Olip (Rat) von SloMedia betonen.
"Dass es mit zwei politischen Organisationen als Besitzern permanent die Kritik gibt, die Zeitung ist nicht objektiv, liegt auf der Hand", skizziert ein Kenner die Situation. Gerade bei heißen Themen wie in der Ortstafelfrage zeigte sich im Vorjahr stets der Spagat zwischen Rat- und Zentralverband-Position; wobei in Novice auch die Einheitsliste und die Gemeinschaft der Slowenen als dritte Volksgruppenorganisation vorkommen wollen.
Im Zeichen des Überlebenskampfes sind nun die Kündigungen von Chefredakteur Silvo Kumer und Redakteur Franz Sadjak zu sehen, die zum Jahresende schlagend werden. Während Sturm davon ausgeht, dass Novice auch aufgrund des nun installierten neunköpfigen Beirates zur inhaltlichen Neuausrichtung erhalten bleibt, ist für Olip nichts fix. Das Aus der slowenischen Wochenzeitung wäre für die Volksgruppe ein "kräftiger Kahlschlag", mahnt er.













