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Zuletzt aktualisiert: 25.05.2012 um 19:49 UhrKommentare

Gewerkschafts-Chefverhandler: "Mit mir kein Lehrer-Sparpaket"

Nachdem Details zum neuen Lehrerdienstrecht an die Öffentlichkeit gedrungen sind, wird die Kritik am Regierungs-Entwurf schärfer. Die Gewerkschaft fürchtet Gehaltskürzungen. Paul Kimberger, Chefverhandler der Gewerkschaft, signalisiert wenig Entgegenkommen.

Foto © APA

Paul Kimberger macht deutlich: "Ein Lehrersparpaket ist mit mir nicht zu machen." Der Satz des Gewerkschafts-Chefverhandlers über ein neues Dienstrecht lässt keinen Zweifel offen, dass sich Fronten aufgetan haben. Schließlich sind viele Details aus dem Entwurf der Regierung an die Öffentlichkeit gedrungen (siehe unten). Und diese beinhalten Zündstoff. So soll die Gehaltskurve abgeflacht werden, ob die Lebensverdienstsumme damit steigt oder gar fällt, ist aber noch nicht klar. Die Gewerkschaft befürchtet Letzteres. "Es gibt keine Lehrergruppe, die nicht verliert", so Kimberger. In jedem Fall werden die bisher besser gestellten AHS-Lehrer stärker betroffen sein als die Pflichtschullehrer.

Verstecktes Sparpaket?

Da die Unterrichtszeit der einzelnen Lehrer künftig erhöht werden soll, fürchtet BMHS-Gewerkschafter Jürgen Rainer, dass insgesamt Lehrerposten verloren gehen werden. "Es wird sich herausstellen, dass das Ganze ein Sparpaket sein wird", sagt er. Die bekannt gewordenen Details des Entwurfs zeigen jedenfalls, dass Landeslehrern den Bundeslehrern gleichgestellt werden sollen. Da brauche es aber auch eine neue Lehrerausbildung, sagt Pflichtschulgewerkschafter Kimberger. Er fordert eine gleichwertige Ausbildung für alle auf Masterniveau.

Lehrer-Dienstrecht - die Eckpfeiler

Nur noch Professoren

Künftig sollen alle Lehrer, unabhängig davon, ob sie in einer Volksschule oder einem Gymnasium unterrichten, die Bezeichnung "Professor" tragen dürfen. Bisher war das ausschließlich Bundeslehrern (an allgemeinbildenden oder berufsbildenden höheren Schulen) vorbehalten.

24 Wochenstunden Unterricht für alle

Lehrer müssen laut Entwurf verpflichtend 24 Stunden pro Woche unterrichten, worunter auch Lernzeiten bei der Tagesbetreuung fallen. Derzeit gilt für Pflichtschullehrer: 20 bis 22 Wochenstunden, für Lehrer an Bundesschulen: 20. "Aus wichtigen Gründen" kann die Unterrichtszeit künftig auf bis zu 28 Stunden angehoben werden. Neben diesen "pädagogischen Kernaufgaben" gehören zu den Dienstpflichten etwa Vertretung, Vor- und Nachbereitung, Korrekturen. Das Ausmaß dieser wird nicht näher definiert.

Nicht in Unterrichtszeit

Alle Lehrer müssen laut Entwurf 15 Stunden verpflichtende Fortbildungen besuchen - außerhalb der Unterrichtszeit. Nur bei einem "wichtigen dienstlichen Interesse" darf der Unterricht deshalb ausfallen. Im Schuljahr 2010/11 entfielen 95 Prozent aller Kursanmeldungen auf die Unterrichtszeit.

Keine Unkündbarkeit

In dem Entwurf zum neuen Lehrerdienstrecht ist keine Möglichkeit zur Pragmatisierung mehr vorgesehen. Es ist in dem Papier auch nur von Vertragsbediensteten die Rede. Die Pragmatisierung ist allerdings bei Bundeslehrern schon seit 2003 ausgesetzt, bei Landeslehrern gibt es sie nur noch vereinzelt.

Einstiegsphase

Alle Junglehrer sollen nicht in der Entlohnungsstufe I starten, sondern eine "Induktionsphase" durchlaufen. In dieser sollen sie bei einer Lehrverpflichtung von 22 Stunden plus Pflicht-Weiterbildung 1960 Euro verdienen. Für Bundeslehrer gilt dies ein Jahr, für Landeslehrer (Pflichtschulen) zwei.

Ein Einstiegsgehalt von 2420 Euro

Unabhängig vom Schultyp oder Fach soll das Einstiegs-Grundgehalt für alle Lehrer 2420 Euro brutto betragen. Für Pflichtschullehrer bedeutet das neue Anfangsgehalt ein Plus von 400 bis 500 Euro, für Bundesschullehrer ein Plus von 200 Euro. Die bisher steile Gehaltskurve soll jedoch deutlich abgeflacht werden. Je nach Fach soll es Zulagen geben. Ob das Lebenseinkommen gleich bleibt, lässt sich noch nicht beantworten, da die Entlohnung zu einem guten Teil neu organisiert wird und viele Punkte noch nicht bekannt sind.

SONJA HASEWEND

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