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    Zuletzt aktualisiert: 21.05.2012 um 21:03 UhrKommentare

    Wie andere Länder das Dienstrecht reformierten

    Am Montag wurde auf Beamtenebene über das Lehrerdienstrecht verhandelt. Andere Länder haben längst reformiert. Ein Blick nach außen.

    Foto © APA

    WIEN. Runde zwei der Dienstrechtsverhandlungen zwischen Regierung und Lehrergewerkschaft. Am Montag gab es Gespräche auf Beamtenebene. Ein Detail: Die Pragmatisierung, in der Praxis meist nicht mehr vollzogen, soll endgültig fallen, Lehrer nur noch als Vertragsbedienstete angestellt werden. Bildungsministerin Claudia Schmied hatte vor dem Treffen erklärt, "wesentliche Punkte" seien noch nicht übermittelt. Dies betreffe auch Unterstützungspersonal für Lehrer. Davon oder von einer neuen Lehrerausbildung sei aber nicht die Rede gewesen, erklärte BMHS-Gewerkschafter Jürgen Rainer. Chefverhandler Paul Kimberger sagte: "Von einem attraktiven Angebot ist das derzeit weit weg." Anfang Juni ist das nächste Treffen.

    Andere Länder haben ihre Systeme längst reformiert. Die Zugänge sind laut einer Studie des "Instituts für Bildungsforschung der Wirtschaft" unterschiedlich:

    Lehrergehalt. Österreich liegt bei den Einstiegsgehältern im Vergleich zum Durchschnittseinkommen der Bevölkerung relativ weit hinten (siehe Grafik), bei den Höchstgehältern im Spitzenfeld. Diskutiert wird eine flachere Gehaltskurve. Alle neuen Lehrer sollen laut Regierungspapier ein (höheres) Einstiegsgehalt von 2420 Euro brutto erhalten, plus Zulagen. In den meisten Ländern gibt es Gehaltsvorrückungen wie bei uns. In Schweden hingegen verhandelt der Schulleiter mit der Gewerkschaft oder dem Lehrer selbst über Gehaltssprünge.

    Lehrerarbeitsmarkt: Es gibt einen Trend weg von bürokratischen Zuteilungsmechanismen hin zum offenen Arbeitsmarkt. In den Niederlanden bewerben sich Anwärter direkt an den Schulen. Nach Vorstellungsgesprächen wählt die Direktion aus. International gibt es immer weniger verbeamtete Lehrer. In der Schweiz haben fast alle Kantone auf Angestelltenverhältnisse umgestellt, Lehrern kann ähnlich wie in der Privatwirtschaft gekündigt werden. In den meisten Ländern haben Lehrer aber einen relativ hohen Kündigungsschutz.

    Arbeitszeitregelungen. Nur noch in einer Minderheit von Staaten wird die Lehrerarbeitszeit auf Basis der Unterrichtsverpflichtung festgelegt, wie das in Österreich bei Bundeslehrern der Fall ist. In den meisten Ländern zählt eine Kombination aus Unterrichtsverpflichtung und Anwesenheit an der Schule oder wie bei den österreichischen Landeslehrern eine jährliche Gesamtarbeitszeit. In Schweden müssen drei Viertel der Gesamtarbeitszeit, also rund 30 Stunden pro Woche, an der Schule absolviert werden.

    SONJA HASEWEND

    Grafik

    Grafik © KLZ

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