Polizei räumte Oppositionslager in Moskau

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Bei der Räumung von zwei Oppositionslagern im Zentrum von Moskau hat eine Sondereinheit der Polizei mehr als 50 Regierungsgegner vorläufig festgenommen. Der bekannte Kremlkritiker Ilja Jaschin, der ebenfalls in Gewahrsam kam, sprach von einer Entscheidung "gegen alle Gesetze und den gesunden Menschenverstand".
Die Polizei war am Mittwoch im Morgengrauen zunächst gegen ein Lager vorgegangen, in dem meist jugendliche Teilnehmer seit dem 6. Mai gegen den Ämtertausch von Präsident Putin und Regierungschef Medwedew protestierten. Am Abend lösten die Sicherheitskräfte dann ein zweites Camp im Zentrum der Millionenstadt auf, in das einige Teilnehmer umgezogen waren.
Die Opposition kritisierte die Aktion scharf. Ein Polizeisprecher verteidigte den Zugriff. "Wir sind am frühen Morgen gekommen, um noch vor Beginn des Berufsverkehrs Ordnung zu schaffen", sagte er nach Angaben des Staatsfernsehens. "Es kam nicht zu Gewalt, die Teilnehmer konnten in Ruhe ihre Sachen packen." Ein Gericht hatte die Auflösung des Lagers angeordnet, nachdem Anrainer über Lärm und Schmutz geklagt hatten. Der Stadt sei durch das Camp in der Grünanlage ein Schaden von umgerechnet 500.000 Euro entstanden, sagte ein Behördensprecher.
In Moskau haben Dutzende Regierungsgegner auch nach der Verhaftung einiger Mitstreiter am Donnerstag einen zentralen Platz weiter besetzt gehalten. Die Demonstranten waren auf den Kudrinskaja-Platz ausgewichen, nachdem die Polizei ihr Protestlager am Chistoprudni-Boulevard geräumt hatte.
Einige Oppositionsführer hoffen nun, dass die harten Maßnahmen erst recht die Wut der Bevölkerung schüren und zu größeren Protesten führen. Andere allerdings fürchten, dass genau das Gegenteil eintritt und viele der zumeist aus der Mittelschicht stammenden Demonstranten - die noch im Winter zu Zehntausenden friedlich protestierten - künftig nicht mehr auf die Straße gehen.












