Mitglied des afghanischen Friedensrates ermordet

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Die Bemühungen der afghanischen Regierung um eine Aussöhnung mit den Taliban haben erneut einen Rückschlag erlitten. Acht Monate nach dem Mord an Ex-Präsident Rabbani wurde am Sonntag ein weiteres wichtiges Mitglied des Hohen Friedensrates in Kabul getötet. Maulvi Arsala Rahmani sei auf der Fahrt zum Büro aus einem anderen Auto heraus erschossen worden, sagte ein Polizeisprecher.
Die Taliban wiesen eine Tatbeteiligung zurück. Rahmani stand dem Ratskomitee für Taliban-Gefangene vor und war ein enger Berater von Präsident Karzai. Er soll Kontakte zu den Aufständischen unterhalten haben, mit denen Karzai eine Aussöhnung herbeiführen will. Unter dem Ende 2001 gestürzten Taliban-Regime war Rahmani Vize-Bildungsminister gewesen.
Die Taliban hatten kürzlich den Beginn ihrer Frühjahrsoffensive verkündet und damit gedroht, Regierungsangestellte, Ausländer und Angehörige des Friedensrates zu töten. Das krisengebeutelte Land wird immer wieder durch Anschläge erschüttert. Daher wird der geplante Abzug der meisten ausländischen Soldaten bis 2014 mit großer Sorge gesehen.
Der afghanische Präsident Karzai kündigte indes eine weitere Phase der Übergabe der Sicherheitsverantwortung an einheimische Kräfte an. Der Plan sehe vor, dass insgesamt elf weitere Provinzen unter afghanische Kontrolle gestellt werden, teilte das Büro des Präsidenten am Sonntag mit. Damit übernähmen die afghanischen Sicherheitskräfte die Verantwortung über mittlerweile 75 Prozent der Bevölkerung.
Zu den elf Provinzen zählt den Angaben zufolge auch die nordöstliche Provinz Kapisa, in der französische Soldaten der NATO-geführten ISAF-Truppe stationiert sind. Der neue französische Präsident Hollande hatte angekündigt, die französischen Truppen bis Ende des Jahres aus Afghanistan abziehen zu wollen. Der Abzug aller NATO-Soldaten ist bis Ende 2014 geplant.












