Annan warnt vor Bürgerkrieg in Syrien

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Der Syrien-Sondergesandte von UNO und Arabischer Liga, Kofi Annan, hat an die Weltgemeinschaft appelliert, das Land nicht in einen Bürgerkrieg abgleiten zu lassen. Zwar habe das Militär seine Aktivitäten etwas eingeschränkt, aber das Ausmaß der Gewalt sei noch immer nicht hinnehmbar, sagte der ehemalige UNO-Generalsekretär am Dienstag in Genf.
Annan, der den Weltsicherheitsrat in New York per Video über die Lage in Syrien informierte, warnte eindringlich vor einem möglichen Scheitern des von ihm vermittelten Friedensplans: "Wenn er ohne Erfolg bleibt und ein Bürgerkrieg ausbricht, beträfe es nicht nur Syrien sondern hätte enorme Auswirkungen auf die gesamte Region."
Unterdessen haben Truppen des syrischen Regimes ihre Angriffe auf die Protesthochburgen am Dienstag wieder verstärkt. Nach Angaben von Aktivisten der Opposition wurden durch Schüsse und Artillerieattacken in sieben Provinzen insgesamt 17 Menschen getötet.
Zuvor hatte UN-Generalsekretär Ban vor einer weiteren Eskalation gewarnt. Die Welt befinde sich in einem "Wettlauf gegen die Zeit" zur Verhinderung eines vollständigen Bürgerkriegs. Die von der syrischen Opposition bisher als wenig nützlich bezeichnete UNO-Beobachtermission wird unterdessen größer und effektiver. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete, die Zahl der Militärbeobachter der Vereinten Nationen sei mittlerweile auf 70 gestiegen.
Der türkische Regierungschef Erdogan forderte den UNO-Sicherheitsrat auf, eine internationale Beobachtermission "von großer Spannweite" nach Syrien zu schicken. "Was können 50 Beobachter denn machen? Es bräuchte 1000, 2000 oder vielleicht 3000 Beobachter, um gleichzeitig alle Städte kontrollieren zu können", sagte Erdogan am Dienstag nach einem Treffen mit seinem Amtskollegen Monti in Rom.
Unterdessen verzögert sich die ursprünglich für Dienstagabend vorgesehene Bekanntgabe des Ergebnisses der Wahl vom Montag, die von der Protestbewegung boykottiert worden war. In Damaskus hieß es, vor Mittwoch sei mit den Resultaten nicht zu rechnen. Wie die regierungsnahe Zeitung "Al-Thawra" berichtete, sollte die Wahl in zwei Bezirken der Hauptstadt Damaskus am Dienstag wiederholt werden. Die Wahlkommission habe in beiden Wahllokalen Unregelmäßigkeiten festgestellt, hieß es.













