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Zuletzt aktualisiert: 08.05.2012 um 12:53 UhrKommentare

Renee Schroeder verlässt aus Protest ÖAW

Foto © APA

Die Molekularbiologin Renee Schroeder legt ihre Mitgliedschaft in der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) zurück. Das teilte die Forscherin, die 2003 als erst zweite Frau als wirkliches Mitglied der "Mathematisch-Naturwissenschaftliche Klasse" der Akademie aufgenommen wurde, am Dienstag in einem der APA vorliegenden Brief dem ÖAW-Präsidium mit.

"Meine Erfahrungen, die ich in den letzten Jahren bei der ÖAW gemacht habe, haben mich davon überzeugt, dass es der Gelehrtengesellschaft der ÖAW weder um die Förderung von Exzellenz noch um wissenschaftliche Erkenntnisse geht. Aus Solidarität mit jenen exzellenten WissenschaftlerInnen, denen es wegen ihres kulturellen Hintergrundes oder ihrer politischen Einstellung nicht möglich ist, Mitglied dieser Gesellschaft zu werden, lege ich meine Mitgliedschaft zurück", heißt es in dem Schreiben der unter anderem mit dem Wittgensteinpreis 2003 und vom Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten als "Wissenschafterin des Jahres 2002" ausgezeichneten Forscherin.

"Es geht mir seit Jahren nicht gut in der ÖAW, weil es da wirklich nicht um die wissenschaftliche Qualifikation geht", so Schroeder im Gespräch mit der APA. Diese Einschätzung begründe sich vor allem darin, dass in den Wahlsitzungen aus ihrer Sicht nicht nachvollziehbare Entscheidungen über die Ernennung neuer Mitglieder getroffen werden. "Es geht einfach nicht, dass man irgendwelche Quoten und Argumente heranzieht, um Leute zu wählen, die einfach nicht die besten sind". Schroeder führt auch ins Treffen, dass ein hoher Anteil an ÖAW-Mitgliedern auch Mitglied im Österreichischen Cartellverband (CV) seien. "Meines Wissens sind 61 Prozent der ÖAW-Mitglieder auch Mitglieder vom CV", so die Forscherin, die betonte, diese Zahlen aber nicht nachprüfen zu können.

"Es geht nicht um wissenschaftliche Exzellenz und deshalb will ich einfach auch nicht mehr dort Mitglied sein", so Schroeder, die auch heftige Kritik an dem Umgang mit der Jungen Kurie der ÖAW übt. "Es kann nicht sein, dass die Mitglieder der Jungen Kurie nicht wahlberechtigt sind, während unbegrenzt viele nicht mehr aktive Wissenschaftler das Geschehen der ÖAW bestimmen", so der Wortlaut in ihrem Schreiben. Man gebe den jungen Mitgliedern, die teilweise Wittgenstein-Preisträger sind und in hochdotierten Förderprogrammen erfolgreich seien, "keinen Handlungsrahmen", kritisierte Schroeder gegenüber der APA.

Quelle: APA

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