Die Schweiz will vermitteln
Die Schweiz hat im Streit um einen Boykott der Fußball-Europameisterschaftsspiele in der Ukraine ihre Vermittlung angeboten. Bern stehe seit mehreren Monaten mit den ukrainischen Behörden in Kontakt, erklärte der Schweizer Außenminister Didier Burkhalter.
"Wenn die Parteien - die EU, Deutschland und die Ukraine - wollen, sind wir bereit, zu vermitteln und anderweitig zu helfen", sagte Burkhalter gegenüber den Zeitungen "NZZ am Sonntag" und "Sonntag". Die Schweiz verfüge über die nötigen Kompetenzen und die Fachleute dafür. Von einem Boykott der EM-Spiele in der Ukraine will der Schweizer Außenminister aber nichts wissen: "Ich glaube nicht, dass Boykottdrohungen in dieser Situation viel bringen."
Die EU-Kommission hatte beschlossen, den EM-Spielen in der Ukraine geschlossen fernzubleiben. Damit will sie gegen den Umgang des Landes mit der inhaftierten Oppositionsführerin Julia Timoschenko protestieren.
Er hoffe auf eine "menschenrechtskonforme Lösung", sagte Burkhalter. Es sei möglich, dass die 51-jährige Politikerin in der Schweiz behandelt werde, wie dies einige Parlamentarier fordern. "Wichtig ist aber nicht primär, wo Frau Timoschenko behandelt wird, sondern dass sie Rechte bekommt, die ihr zustehen", sagte Burkhalter.
Die ehemalige Ministerpräsidentin leidet an einem Bandscheibenvorfall. Sie wirft der ukrainischen Justiz vor, im Gefängnis sei Gewalt gegen sie angewendet worden. Timoschenko verbüßt derzeit eine siebenjährige Haftstrafe wegen Amtsmissbrauchs. Die EU und die USA kritisierten das Justizverfahren als politisch motiviert.












