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Zuletzt aktualisiert: 05.05.2012 um 21:32 UhrKommentare

Ausschreitungen zwischen Salafisten und Islam-Gegnern

Bei Auseinandersetzungen zwischen der rechten Splitterpartei Pro NRW und radikalen Salafisten wurden am Samstag im deutschen Solingen zwei Polizisten mit Messerstichen verletzt. Bereits am 1. Mai war es dort zu Zusammenstößen gekommen.

Zwei Polizisten wurden bei den Auseinandersetzungen verletzt

Foto © APAZwei Polizisten wurden bei den Auseinandersetzungen verletzt

Im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen haben Rechtsextremisten mit Protesten gegen den Islam erneut gewalttätige Übergriffe von Anhängern radikaler Salafisten provoziert. Bei den Ausschreitungen wurden am Samstag in Bonn zwei Polizisten durch Messerstiche schwer verletzt, zehn weitere wurden leicht verletzt, wie ein Polizeisprecher sagte. Anhänger der rechten Splitterpartei Pro NRW hatten zuvor islamfeindliche Karikaturen gezeigt. In Berlin kam es zu einer Rangelei zwischen Salafisten und Rechtspopulisten der Partei Pro Deutschland, bei der nach Polizeiangaben ein Beamter leicht verletzt wurde.

In Bonn standen den weniger als 30 Pro-NRW-Leuten nach Polizeiangaben 500 bis 600 Gegendemonstranten gegenüber. Die Polizei habe zwischen beiden Seiten Mannschaftswagen geparkt, um die Situation zu entschärfen, berichtete ein Sprecher. Bei den Attacken seien auch Einsatzfahrzeuge beschädigt worden. Insgesamt seien 48 Pro-NRW-Gegner festgenommen worden. Die Polizei habe die Veranstaltung nach rund 45 Minuten beendet. Bei den Festgenommenen seien ein Schlagstock sowie Steine und eine Steinschleuder sichergestellt worden. Auch nach dem Ende der Veranstaltung seien Demonstranten weiterhin aggressiv gegenüber der Polizei aufgetreten.

Provokation und Gewalt

Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) warf den Rechtsextremisten im WDR-Fernsehen vor, die gewalttätigen Salafisten gezielte provoziert zu haben. Gleichzeitig betonte er die friedliche Haltung der überwiegenden Mehrheit der Muslime. Bereits am 1. Mai war es in Solingen am Rande eines Pro-NRW-Auftritts zu gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen. Fundamentalistische Muslime hatten die Polizei attackiert und drei Beamte verletzt, nachdem Pro-NRW-Anhänger nahe einer Moschee Karikaturen des Propheten Mohammed gezeigt hatten. Dessen bildliche Darstellung ist im Islam verboten. Die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in Dänemark hatte bereits 2005 zu teils tödlichen Protesten von Muslimen in aller Welt geführt.

Sammelbecken für gewaltbereite Extremisten

Der Salafismus ist nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes ein Sammelbecken für gewaltbereite Islamisten. Er hat in Deutschland rund 2500 Anhänger. Salafisten vertreten einen rückwärtsgewandten Ur-Islam und lehnen jede theologische Modernisierung ab. Sie vertreten diskriminierende Positionen gegen Frauen und bestehen auf deren Vollverschleierung. Seit Wochen machen sie in Deutschland mit der Verteilung kostenloser Koran-Exemplare von sich reden. Auch die Auseinandersetzung am Samstag in Berlin entzündete sich an einer solchen Aktion.

Der deutsche Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hält den Salafismus für eine Keimzelle des Islamisten-Terrors in Deutschland. "Von seinen fanatischen Anhängern geht eine besondere Gefährdung für die Sicherheit Deutschlands aus", sagte er der "Bild am Sonntag". "Die Salafisten liefern die ideologische Basis für viele, die dann gewalttätig werden."


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