Alle Lehrer erhalten ein Grundgehalt
Enttäuscht ist die Lehrergewerkschaft über das Angebot der Regierung zum neuen Gehalts- und Arbeitszeitschema. "Von einem guten Paket kann keine Rede sein".

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Einen Tag nach dem hoffnungsvollen Verhandlungsstart über ein neues Arbeitszeit- und Gehaltsschema für Österreichs Pädagogen ist die Ernüchterung bei der Lehrergewerkschaft groß. "Ich bin enttäuscht von dem Angebot", erklärt Chefverhandler Paul Kimberger der Kleinen Zeitung. "Ich habe mir mehr erwartet." Über die inhaltlichen Details des 26-seitigen Papiers will Kimberger nicht sprechen, wurde doch Stillschweigen vereinbart.
Was Kimberger in dem Paket vermisst? Zum einen fehle jeglicher Hinweis auf das versprochene Unterstützungssystem aus Sekretariatspersonal und Sozialarbeitern, die die Lehrer von bürokratischer Tätigkeit entlasten und für pädagogische Tätigkeiten freispielen sollen. Zum anderen mache das Papier einen großen Bogen um die Masterausbildung für alle Lehrer.
"Von einem guten Paket kann keine Rede sein", echauffiert sich Kimberger. "Die Ministerinnen werden noch nachlegen müssen." Für die Regierung sitzen Unterrichtsministerin Claudia Schmied, Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek sowie Finanzministerin Maria Fekter am Verhandlungstisch.
Obwohl absolute Vertraulichkeit vereinbart wurde, sickerten auf Regierungsseite am Freitag frühmorgens erste Details durch. Das Konzept kommt einem Paradigmenwechsel gleich. Künftig erhalten alle Lehrer, von der Volksschule über die Landwirtschaftsschule bis hin zum Gymnasium, das gleiche Grundgehalt, die Zulagen sind vom Fach (für Deutsch bekommt man mehr als für Turnen) sowie von der Schulstufe (AHS-Oberstufe ist besser bezahlt als die AHS-Unterstufe) abhängig. Junglehrer sollen, so der Plan ab dem Schuljahr 2013/14, zwischen 10 und 20 Prozent mehr verdienen als heute.
Bei der Berechnung der Arbeitszeit bedient sich die Regierung eines Tricks: An der Jahresarbeitszeit von rund 1780 Stunden soll nicht gerüttelt werden. Unter dem Strich werden Lehrer allerdings drei bis sechs Stunden länger in der Schule ausharren müssen als bisher, also bis zu einem Drittel mehr mit Schülern beschäftigt sein. Dem Vernehmen nach ist das erklärte Ziel der Regierung, dass Lehrer künftig 50 Prozent der Jahresarbeitszeit in der Schule verbringen sollen.
Manager statt Direktor
Eine Neuerung sieht das Papier bei Kleinstschulen vor. An die Stelle des Direktors soll künftig eine Art von Schulmanager treten, der den Staat weniger kostet als ein Pädagoge.













