Scharfe Kritik der Politik an Medienzar Murdoch

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Ein britischer Parlamentsausschuss hat schwere Vorwürfe gegen Medienzar Rupert Murdoch erhoben. Er sei nicht in der Lage, ein Großunternehmen zu leiten und müsse die Verantwortung für den Abhörskandal rund um die eingestellte Zeitung "News of the World" übernehmen. Er habe das Parlament "absichtlich getäuscht" und könne nicht als "geeignete Person" für die Konzernführung angesehen werden.
Das von Murdoch gegründete Medienimperium News Corp habe vor dem Ausmaß des Skandals vorsätzlich die Augen verschlossen, hieß es. Die Untersuchungskommission, die am Dienstag ihren 121-Seiten-Bericht veröffentlichte, ist nur eines von mehreren Gremien, die sich mit dem Skandal bei "News of the World" befassen. Diese Kommission bestand aus jeweils fünf Abgeordneten der Konservativen und der Labour-Partei sowie einem Liberaldemokraten. Sie empfahl, das Londoner Unterhaus solle die erforderlichen Sanktionen wegen des Abhörskandals beschließen.
Murdoch selbst hatte in der Abhör- und Bestechungsaffäre bei seinen britischen Zeitungen an der Seite seines Sohnes James im Juli 2011 vor dem Ausschuss aussagen müssen. Er bezeichnet den Auftritt als "Tag der größten Demut" seines Lebens.
Die Affäre hatte im vergangenen Jahr Großbritannien erschüttert. Unter anderem sollen Journalisten des Konzerns offenbar die Telefone von Verbrechensopfern abgehört haben und Schmiergeldzahlungen an die Polizei vorgenommen haben. Murdoch entschuldigte sich vor dem parteiübergreifenden Komitee für die Verfehlungen, betonte aber stets, nichts von dem illegalen Machenschaften seiner Mitarbeiter gewusst zu haben.
Nicht nur die "News of the World" wurde eingestellt, sondern Murdoch musste auch seine Pläne beerdigen, den britischen Bezahlsender BSkyB vollständig zu übernehmen. In diesem Zusammenhang musste sich auch Premierminister Cameron vor dem Unterhaus für den engen Kontakt zwischen Regierungsbeamten und News Corp rechtfertigen. "Ich bin gerne bereit zuzugeben, dass die Beziehungen zwischen Politikern und Besitzern von Medienunternehmen zu eng geworden ist", sagte Cameron.












