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Zuletzt aktualisiert: 29.04.2012 um 21:18 UhrKommentare

"Bitte retten Sie das Leben meiner Mutter"

Dramatischer Appell von Timoschenko-Tochter Eugenia an Angela Merkel. Die Kanzlerin erwägt Boykott der Ukraine zur Fußball-EM.

Foto © Reuters/Stringer

Im Ringen um das Schicksal von Julia Timoschenko hat ihre Tochter Eugenia die Bundesregierung in einem dramatischen Appell um Hilfe gebeten. "Bitte retten Sie das Leben meiner Mutter, bevor es zu spät ist", sagte die 32-Jährige der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Eugenia Timoschenko berichtete der Zeitung weiter, ihre Mutter sei vom Direktor der Strafkolonie in Charkow mit einem Faustschlag niedergestreckt worden. Julia Timoschenko befindet sich seit gut einer Woche im Hungerstreik. "Meine Mutter wird ihren Hungerstreik weiterführen", sagte sie der Nachrichtenagentur dapd. "Ich habe zwar versucht, sie davon abzubringen, weil ihre Gesundheit bereits angeschlagen ist. Aber sie sagte, sie wird nicht aufhören, bis die Führung in Kiew die medizinische Versorgung bewilligt, die von den Berliner Professoren Einhäupl und Haas vorgesehen ist."

Wenn es "notwendig" sein sollte "und mich meine Mutter darum bittet, werde ich an ihrer Stelle bei den Parlamentswahlen im Herbst kandidieren", sagte Eugenia Timoschenko. Denn es sei "wichtig, dass der Name Timoschenko jetzt nicht aus der Politik verschwindet". Und: "Ich bin sicher, wenn der Druck aus Europa nicht wäre, wäre meine Mutter nicht mehr am Leben."

Angela Merkel hat auf den Hilferuf aus Kiew offenbar schon reagiert und soll einen politischen Boykott der Fußball-EM im kommenden Juni planen. Sollte die in Haft erkrankte Politikerin bis zu dem in knapp sechs Wochen beginnenden Turnier nicht freigelassen worden sein, will Merkel nach Informationen des Magazins "Der Spiegel" ihren Ministern empfehlen, den Spielen in der Ukraine fernzubleiben.

"Angesichts der rechtsstaatlichen Situation in der Ukraine" will auch der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck einer Konferenz zentraleuropäischer Staatschefs Mitte Mai im ukrainischen Jalta fernbleiben. Und Österreichs Bundespräsident Heinz Fischer habe bereits vor drei Wochen "aus terminlichen Gründen" seine Teilnahme an dem Treffen auf der Krim abgesagt.

Ungewöhnlich scharf fiel auch ein Statement des russischen Präsidenten Dimitri Medwedew aus: "Die Inhaftierung der Oppositionsführerin ist völlig inakzeptabel und wirft einen tiefen Schatten auf das Nachbarland."

ERNST HEINRICH

KLEINE.tv

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