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Zuletzt aktualisiert: 21.04.2012 um 05:10 UhrKommentare

Kärnten öffnet den Datentresor

Geheimniskrämerei ade: Bund und Land beginnen, Teile ihrer Daten öffentlich zugänglich zu machen. Jeder soll diese künftig einfach herunterladen können.

Kärnten sitzt auf Datenschatz, der langsam gehoben wird

Foto © Fotolia/KoscherKärnten sitzt auf Datenschatz, der langsam gehoben wird

Es sind Schätze, die auf den Servern des Landes und des Bundes lagern. Unablässig sammeln Beamte Daten über alles Mögliche: Wasserstand von Flüssen, Wetter, Feinstaubmengen oder sie kartieren Straßen und Radwege. Nach und nach werden diese Daten der Öffentlichkeit nun zugänglich gemacht. Am Freitag ging das Datenportal des Bundes (data.gv.at) ans Netz.

Auch Kärnten wird seinen Datenschatz öffnen. "Wir arbeiten daran. In zwei bis drei Wochen wird der Plan der Regierung vorgelegt", bestätigt Rudolf Köller, Leiter der Landes-IT. Für viele Daten gibt es ohnehin bereits eine Pflicht, sie Bürgern zugänglich zu machen. Allerdings bereitet das der Verwaltung viel Arbeit, weil etwa Umweltdaten noch händisch ausgehoben werden. Jeder soll diese Daten künftig einfach herunterladen können, ohne Beamte aufzuhalten.

In Wien und Linz, wo es solche Datenportale bereits gibt, finden diese regen Zuspruch und auch in Tirol ist man vom Echo überrascht. 6000 Nutzer haben dort in den ersten zwei Wochen Daten heruntergeladen. "Diese Daten sollen nicht nur für mehr Transparenz sorgen, sondern vor allem dem Bürger nutzen", erklärt Christian Rupp vom Bundeskanzleramt.

Apps und Webdienste

Die 100 Datensätze in Wien waren Ausgangspunkt für über 30 Apps. So kann man am Handy nachsehen, welche Feinstaubbelastung es am aktuellen Standort gerade gibt. Hotels könnten Rad- und Wanderkarten anbieten.

Bei der Datenöffnung geht es Schlag auf Schlag. In Brüssel wird die PSI-Richtlinie überarbeitet. Bald wird es bei öffentlichen Daten (Public Sector Information) eine Pflicht zur Veröffentlichung geben. Eine Geheimhaltung muss argumentiert werden. Der wirtschaftliche Nutzen solcher Daten wird europaweit auf sagenhafte 40 Milliarden Euro geschätzt.

Bis jetzt war die Verwaltung am Gas, nun ist die Politik gefragt. Der Ressortverantwortliche, Landeshauptmann Gerhard Dörfler, ist grundsätzlich dafür. Amtsverschwiegenheit und Datenschutz müssten aber gewahrt bleiben. Positiv sieht man das auch bei den Regierungsmitgliedern Uwe Scheuch, Peter Kaiser, Beate Prettner und Achill Rumpold.

GEORG HOLZER

Welche Daten?

Veröffentlicht werden können Daten, die der Allgemeinheit helfen: Umweltdaten, Landkarten, Verkehrs- und Wetterinformationen, Budgets und Statistiken.

Geheim bleiben alle Daten, die personenbezogen sind und daher dem Datenschutz unterliegen.

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