Salzburgs Bischof Kothgasser reichte Rücktritt ein

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Der Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser, der am 29. Mai das kirchenrechtliche Pensionsalter von 75 Jahren erreicht, hat Anfang dieser Woche in Rom sein Rücktrittsgesuch eingereicht. Das bestätigte am Mittwoch der Sprecher der Erzdiözese, Wolfgang Kumpfmüller. Der Erzbischof habe auch ausdrücklich seinen Wunsch deponiert, dass der Papst die Amtszeit Kothgassers nicht mehr verlängere.
In Salzburg wird allgemein angenommen, dass der Vatikan diesem Wunsch auch nachkommt. "Nach Annahme des Rücktrittsgesuchs wird es einige Wochen dauern, bis aus Rom ein Dreier-Vorschlag (die Erzdiözese Salzburg hat die Sonderstellung, dass das Domkapitel den Erzbischof aus einem Dreier-Vorschlag des Vatikans wählen darf, Anm.) einlangt. Manche glauben, das wird im Herbst der Fall sein, andere erwarten das bis Jahresende", so der Sprecher.
Für die Zeit bis zur Wahl eines neuen Oberhirten gibt es laut Kumpfmüller drei Möglichkeiten: Entweder beauftragt der Papst Kothgasser selbst, die Erzdiözese vorerst weiterzuführen, oder er lässt das Domkapitel einen Administrator bestimmen, oder Rom ernennt selbst einen apostolischen Administrator.
Auch wenn kirchenrechtlich ein emeritierter Bischof keinen Einfluss auf die Wahl seines Nachfolgers hat, will Kothgasser nichts unversucht lassen. Er hat in den vergangenen Wochen eine große Umfrage in den Gremien (Pastoralrat, Priesterrat, Dechantenkonferenz, Konsistorium) und unter allen hauptamtlichen Mitarbeitern in der Seelsorge sowie den Vorsitzenden der verschiedenen Verbände durchgeführt und Vorschläge gesammelt. In den nächsten Tagen wird er eine Liste mit Namen nach Rom übermitteln. Der scheidende Erzbischof selbst möchte den Hirtenstab gerne an einen "Mann der Mitte, der keine Schlagseiten hat, der gut hören kann und ein tiefgläubiger Mensch ist", übergeben.
Als Favorit für die Nachfolge wurde in Medien zuletzt vor allem der Innsbrucker Diözesanbischof Manfred Scheuer genannt - Kothgasser war selbst Bischof von Innsbruck, bevor er nach Salzburg kam. Aber auch der aus Salzburg stammende Wiener Weihbischof Franz Scharl wird den Favoriten zugerechnet. Genannt wurde auch der Name des Pfarrers von Zell am Ziller, Ignaz Steinwender.













