Sinkendes Defizit: Sanierungskurs greift
Der Rechnungsabschluss 2011 zeigt verbesserte Landesfinanzen. Die Koalition sucht weitere Sparpotenziale. Das Ziel ist ein Nulldefizit im Jahr 2015.

Foto © Eggenberger"Kärnten hat kein Problem, den Stabilitätspakt einzuhalten": Landesrat Harald Dobernig
Höhere Steuereinnahmen und eigene Einsparungsbemühungen ergeben für das Land Kärnten einen Rechnungsabschluss 2011, mit dem sich Finanzlandesrat Harald Dobernig (FPK) sehr zufrieden zeigt. Denn die Netto-Neuverschuldung konnte im Laufe des Jahres von den ursprünglich veranschlagten 231 Millionen Euro auf 129 Millionen gesenkt werden. Die EU-Maastricht-Kriterien wurden von Kärnten "bei Weitem erfüllt". Dobernig hat daher keine Sorge, dass Kärnten den Bundes-Stabilitätspakt nicht erfüllen könnte. Am Vorschlag von Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) mit automatischen Sanktionen stört ihn die Vorgangsweise: "Alle vierzehn Tage ändert sich etwas, die Bundesländer können sich auf nichts verlassen."
Gespart hat das Land im Vorjahr im Ermessensbereich und im Personalbereich. Die - politisch gestaltbaren - Ermessensausgaben sind von 462 Millionen Euro im Jahr 2009 auf 369 Millionen im Jahr 2011 gesunken. Die Personalausgaben sind aufgrund des selektiven Einstellungsstopps im Vorjahr erstmals gesunken - von 210 Millionen Euro im Jahr 2009 auf 195 Millionen 2011. Außerdem wurde der Lehrer-Überhang stark abgebaut.
Horrorvision abgewendet
Zu Beginn der Legislaturperiode gab es aufgrund der Finanzlage des Landes die Horrorvision von einem Gesamtschuldenstand von über drei Milliarden Euro und einer Netto-Neuverschuldung von über 300 Millionen am Ende der Periode im Jahr 2015. Nachdem jetzt der Sanierungskurs zu greifen beginnt, nimmt die - offiziell auf Eis liegende - blau-schwarze Koalition ihr Ziel in Angriff, 2015 ein Nulldefizit zu erreichen. Sie hat im Landtag auch ein entsprechendes Gesetz beschlossen, das allerdings keine Sanktionen für den Fall des Nicht-Erreichens vorsieht.
Landesrat Achill Rumpold (ÖVP) sieht seine Partei als Garant, dass das Nulldefizit erreicht wird: "Wir werden keinem Budget mehr zustimmen, das dem Gesetz nicht entspricht." Als Beweis für die eigenen Einsparungsbemühungen führt er die Sonderbedarfszuweisungen an: 2009 wurden 14 Millionen ausgeschüttet, heuer nur noch vier.
Budgetkonvent startet
Weitere Sparpotenziale werden ab Dienstag und Mittwoch im Budgetkonvent gesucht. Das für heuer, 2012, veranschlagte Netto-Defizit von 143 Millionen Euro will Dobernig mindestens noch um 20 Millionen reduzieren.
Features
Landesrechnungsabschluss 2011
Die Netto-Neuverschuldung des Landes Kärnten konnte im Lauf des Jahres stark reduziert werden:
231 Millionen Euro sah der Landesvoranschlag vor,
154 Millionen Euro machte sie nach dem Beschluss des Nachtragsvoranschlages.
129 Millionen Euro Netto-Neuverschuldung weist nunmehr der Landesrechnungsabschluss 2011 aus.
Der Schuldenstand des Landes
Die Gesamtverschuldung des Landes Kärnten beläuft sich mit Ende 2011 auf 2,5 Milliarden Euro. Sie setzt sich wie folgt zusammen:
Die Finanzschulden (budgetäre Schulden) betragen 1,26 Milliarden Euro.
Die außerbudgetären Schulden belaufen sich auf 1,24 Milliarden Euro.













