Behinderter versuchte vor Monti Selbstverbrennung

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Ein behinderter Neapolitaner, der nach eigenen Angaben vergeblich von den lokalen Gesundheitsbehörden die Rückerstattung von Geldern für medizinische Behandlungen erwartete, hat am Donnerstag anlässlich des Besuchs das italienischen Ministerpräsidenten Monti in Neapel versucht, sich anzuzünden.
Kurz vor Montis Ankunft auf der zentralen Piazza del Plebiscito, wo der Regierungschef die Pläne seines Kabinetts zur Restaurierung der archäologischen Stätte von Pompeji vorstellen wollte, übergoss sich der 50-Jährige mit Benzin. Das Eingreifen der Polizei verhinderte, dass er sich selbst anzündete. "Ich will nur ehrlich leben können", klagte der Mann.
Schon in den vergangenen Tagen hatte die Selbstanzündung zweier verzweifelter Männer die italienische Öffentlichkeit geschockt. In Bologna hatte sich ein 58-jähriger italienischer Bauarbeiter in seinem Auto angezündet, nachdem er mehrere Abschiedsbriefe hinterlassen hatte. Der Italiener stand wegen mutmaßlicher Steuerhinterziehung in Höhe von 104.000 Euro vor Gericht. Vor einer Woche zündete sich ein marokkanischer Bauarbeiter in Verona auf offener Straße an. Beide Männer wurden nach ihren Taten mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht.
In den vergangenen drei Tagen haben sich drei Italiener, darunter eine 78-jährige Pensionistin, wegen finanzieller Schwierigkeiten das Leben genommen. Die sizilianische Pensionistin sprang vom Balkon ihrer Wohnung, nachdem sie erfahren hatte, dass ihre Pension um 200 Euro gekürzt worden war.
Nach Angaben des Handwerkerverbands CGIA ist zwischen 2008 und 2010 die Zahl der Selbstmorde in Italien, die mit finanziellen Problemen verbunden sind, um 24,6 Prozent gestiegen. Bei den versuchten Selbstmorden stieg der Prozentsatz um 20 Prozent.
Der Verband rief Montis Expertenregierung zur Einrichtung eines Solidaritätsfonds zur Unterstützung der Italiener auf, die wegen der Krise in Schwierigkeiten geraten sind. Antonio Di Pietro, Chef der Mitte-links-Partei "Italien der Werte" (Idv), machte Premier Monti und seine rigorose Sanierungspolitik für die Selbstmorde verzweifelter Personen verantwortlich.












