Rennen um Ärztekammer-Spitze ist weiter offen
Auch nach den Wahlen in acht von neun Landes-Ärztekammern hat sich noch kein klarer Favorit für die Nachfolge von Walter Dorner herauskristallisiert. Gewählt wird die neue Führung am 22. Juni.

Foto © APAWalter Dorner
Das Rennen um die Nachfolge von Ärztekammer-Präsident Walter Dorner ist weiter offen. Auch nach den Wahlen in acht von neun Landes-Ärztekammern hat sich noch kein klarer Favorit herauskristallisiert. Als seriöser Kandidat hat sich jedoch der bisherige Vizepräsident Artur Wechselberger mit seinem klaren Erfolg und dem Erringen der absoluten Mehrheit in Tirol präsentiert. Aber auch für andere Kandidaten ist der Zug noch keineswegs abgefahren. Noch offen sind die Ärztekammer-Wahlen in Oberösterreich, die erst am 24. April stattfinden.
Wahl findet am 22. Juni statt
Gewählt wird die neue Führung der Österreichischen Ärztekammer am 22. Juni in der konstituierenden Vollversammlung in Bregenz. Der Nachfolger Dorners, der nicht mehr kandidierte, muss dabei aus dem Kreis der neun Präsidenten der Landeskammern kommen. Obwohl mit Ausnahme Oberösterreichs die Ärzte schon in allen anderen Bundesländern ihre Vertretungen gewählt haben, ist in den meisten Fällen noch unklar, wer die Präsidenten auf Landesebene sein werden. Die Entscheidungen werden in den konstituierenden Vollversammlungen fallen, die am Mittwoch nach Ostern (11. April) in Tirol und Niederösterreich beginnen und am 21. Mai in Oberösterreich abgeschlossen werden.
In Tirol und Vorarlberg steht aber jetzt schon praktisch fest, dass die alten Präsidenten auch die neuen sein werden. Da im Ländle eine Gemeinschaftsliste angetreten ist, dürfte einer Wiederwahl des bisherigen Präsidenten Michael Jonas nichts im Wege stehen. Mit einer Wiederwahl kann auch der derzeitige Bundes-Vizepräsident Artur Wechselberger in Tirol rechnen, nachdem er mit seiner Liste die absolute Mehrheit errungen hat. In den anderen Ländern stehen bis zu den Vollversammlungen zum Teil noch schwierige Koalitionsverhandlungen an.
Intensive Verhandlungen sind dann auch noch vor der Wahl des Präsidenten der Bundeskammer zu erwarten. Wechselberger hat sich mit seiner absoluten Mehrheit in Tirol zwar eine gute Ausgangsbasis geschaffen und selbst sein Interesse bekundet, auch Präsident der Österreichischen Ärztekammer zu werden. Allerdings ist noch völlig offen, ob er auch eine Mehrheit hinter sich vereinigen kann. Und erschwerend kommt hinzu, dass die Tiroler als kleineres Land in der Vollversammlung der Bundes-Ärztekammer auch weniger Stimmgewicht haben als etwa die Wiener.
In Wien ist allerdings noch nicht einmal klar, ob der von Dorner als sein Nachfolger auserkorene Johannes Steinhart auf Landesebene das Rennen machen wird. Vorerst scheint es völlig offen, wie die Koalitionsverhandlungen ausgehen werden. Steinhart konnte sich zwar mit seiner Liste als stärkste Fraktion behaupten und von 21 auf 23 Mandate zulegen. Die sozialdemokratischen Ärzte mit AKH-Betriebsrat Thomas Szekeres konnten sich aber von neun auf 16 Mandate fast verdoppeln und haben ihre Hoffnungen noch nicht aufgegeben.
Kurien-Führung noch offen
Die wahrscheinlich größte Überraschung haben die Wahlen in Kärnten gebracht. Dort hat der bisherige Präsident Othmar Haas eine herbe Niederlage einstecken müssen und seine Wiederwahl scheint nur schwer vorstellbar. Auch in der Steiermark ist es mehr als fraglich, ob Präsident Wolfgang Routil sein Amt behalten kann, nachdem seine Liste die Mehrheit verloren hat. Bessere Chancen haben jedenfalls Christoph Reisner in Niederösterreich und Michael Lang im Burgenland, die jeweils leichte Gewinne verbuchen konnten, sowie Karl Forstner in Salzburg, der mit seiner Liste das Ergebnis von 2007 halten konnte.
Offen ist auch noch, wer künftig die beiden Bundeskurien der Spitalsärzte und der niedergelassenen Ärzte führen wird. Der derzeitige Obmann der Spitalsärzte, Harald Mayer, muss sich seiner Wahl in Oberösterreich erst stellen. Der Obmann der niedergelassenen Ärzte, Günther Wawrowsky, hat aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr kandidiert.












