AUA soll Mitarbeiter aus Altverträgen freikaufen
Im verhärteten Arbeitskampf bei der AUA zwischen Management und Personalvertretung kann sich Bord-Betriebsratschef Karl Minhard nun vorstellen, dass sich die abwanderungswilligen Mitarbeiter zumindest zum Teil aus dem alten Kollektivvertrag herauskaufen lassen.

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Bei der AUA (Austrian Airlines) sind die Fronten starr. Das Management in Österreich muss auf Druck der Mutter Lufthansa massiv bei den Personalkosten sparen und bereitet dafür den Zwangsumstieg auf den billigeren Tyrolean-Kollektivvertrag (Betriebsübergang) vor. Für diesen Fall drohen laut AUA-Betriebsrat in kürzester Zeit bis zu 300 AUA-Piloten samt Abfertigungsansprüchen in dreistelliger Millionenhöhe das Weite zu suchen. AUA-Bord-Betriebsratschef Karl Minhard kann sich nun vorstellen, dass sich die Leute zumindest zum Teil aus dem alten KV herauskaufen lassen.
Einigung noch "meilenweit entfernt"
In der Gewerkschaft war eine solche "Abschlagszahlung" von 370 Millionen Euro in den Raum gestellt worden. Über solche Zahlen will Minhard nicht sprechen. Er empfahl der AUA am Samstag im Interview im ORF-Mittagjournal, ein Angebot zu machen, zu welchem Preis die Beschäftigten billiger werden könnten und was der Vertrag wert sei. Man könne etwa auch Pensionszahlungen aus dem Vertrag "auskaufen" lassen.
Die AUA-Bord-Gewerkschaft hatte am Freitag ihr aktuelles Verhandlungsangebot präzisiert: 14 Mio. Euro Jahreseinsparungen (darunter teilweise Aussetzung automatischer Vorrückungen, längere Arbeitszeiten etc. ) und 33 Mio. Euro Einmal-Ersparnis durch spätere Pensionierungen und damit Auflösung von Pensionsrückstellungen.
AUA-Chef Jaan Albrecht sagte in der "Tiroler Tageszeitung" vom Samstag, mit den AUA-Piloten sei eine Einigung noch "meilenweit entfernt". Mit Altlasten in den Kollektivverträgen wie dem Leistungssystem bei den Pensionen oder einer automatischen jährlichen Inflationsanpassung könne die AUA nicht mehr zeitgemäß wirtschaften. Der Pilotenbetriebsrat habe zwar angeboten, jedes zweite Jahr auf die Teuerungsabgeltung zu verzichten, doch dieses Zugeständnis sei nicht nachhaltig.
Die Sorge, dass die Lufthansa ihre österreichische Tochter fallen lassen werde, ist für Albrecht unbegründet. Obwohl der Bord-Betriebsrat der AUA vor einem Massenabgang von Piloten warnte, glaubt der AUA-Chef weiter nicht an eine Eskalation des KV-Konflikts. Dass in der AUA-Kabine wie bei Mitbewerber Niki Leiharbeiter fliegen, schließt er aber nicht aus.
"Nicht die Totengräber der AUA"
AUA-Pilotenbetriebsrat Minhard räumte am Samstag ein, er sei davon ausgegangen, dass die Lufthansa einen harten Kurs gehen werde. Er sei aber doch überrascht, wie brutal man man diesen Weg gehe. Kritik an der Position der Arbeitnehmer wies er zurück: "Wir sind sicher nicht die Totengräber der AUA. Wir sind konstruktiv."
Verhandlungsbereitschaft betont auch die AUA-Führung. "Meine Türen sind offen", sagte Albrecht - dennoch wird der Plan B (Übergang auf Tyrolean) vorbereitet. Die bisherige Regionaltochter Tyrolean, die schon jetzt mehr als jeden zweiten AUA-Flug durchführt, sollte demnach künftig den gesamten Flugbetrieb übernehmen. Albrecht räumt in der TT ein, dass das rechtlich nicht leicht ist: "Juristisch ist der Plan nicht einfach, aber er wird nicht scheitern."
In einer von der Zeitung veranstalteten Gesprächsrunde in Innsbruck sagte Albrecht, "es gibt in der AUA-Gruppe nach wie vor Doppelgleisigkeiten, aber nicht nur in Innsbruck, auch in Wien." Diese doppelten Strukturen will er zusammenführen: "Im Zuge des Übergangs des Flugbetriebes zur Tyrolean schauen wir uns genau an, was wir in Tirol machen können." Darüber hinaus müssten die AUA-Mitarbeiter zu einer Familie zusammenwachsen: "Es ist kontraproduktiv, dass es blaue Halstücher für die einen und grüne für die anderen gibt." Bei der Tyrolean-Belegschaft fühlte man sich nach diesen Aussagen im Rücken gestärkt.












