Spannungen zwischen Kosovo und Serbien verschärft
Neuer Streit zwischen dem albanisch kontrollierten Kosovo und Serbien: Die Kosovo-Polizei hat vier serbische Funktionäre der Gemeinde Vitina im Osten des Landes verhaftet. Sie hätten Wahlzettel und Wählerverzeichnisse für die am 6. Mai geplante serbische Kommunalwahl im Gepäck gehabt, berichtete ein Polizeisprecher am Mittwoch in Pristina.
Als "Gegenmaßnahme" habe Serbien zwei Albaner wegen "Spionage und Drogen" festgenommen, sagte der serbische Innenminister Ivica Dacic. Die von Albanern kontrollierte Kosovo-Regierung will die serbische Kommunalwahl unter der serbischen Minderheit im Land mit allen Mitteln verhindern. Auch die USA und die EU hatten Belgrad aufgefordert, auf diese Abstimmung in dem souveränen Nachbarstaat zu verzichten. Kosovo-Regierungschef Hashim Thaci sprach nach einer Kabinettssitzung am Mittwoch von einer "Aggression Serbiens auf die Republik Kosovos" durch diese Wahlen, "die nicht gelingen wird".
Der Bürgermeister der serbischen Gemeinde Zvecan in Nordkosovo, Dobrosav Dobric, hat dagegen gegenüber der Belgrader Agentur Beta angekündigt, die Kommunalwahl werde "ohne Rücksicht auf die albanischen Drohungen" stattfinden. Das fast nur noch von Albanern bewohnte Kosovo war vor vier Jahren von Serbien abgefallen und ist inzwischen von rund 90 Staaten weltweit völkerrechtlich anerkannt.
Die Serben müssten unverzüglich freigelassen werden, verlangte die Regierung in Belgrad, weil mit ihrer Festnahme lediglich die serbische Minderheit im Kosovo in Angst und Schrecken versetzt werden solle. Die Wählerverzeichnisse als Grund für die Festnahme seien nur "eine Ausrede".












