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    Zuletzt aktualisiert: 26.03.2012 um 16:12 UhrKommentare

    Kuba: Verhaftungswelle vor Besuch des Papstes

    Nach seinem gefeierten Besuch in Mexiko, steht Kuba als nächste Station am Reiseplan des Papstes. Doch ganz so friedlich präsentiert sich der Karibikstaat nicht, denn unmittelbar vor dem Papst-Besuch wurden nach Angaben von Regimekritikern zahlreiche Menschen verhaftet.

    Papst Benedikt XVI. tourt von Mexiko nach Kuba

    Foto © ReutersPapst Benedikt XVI. tourt von Mexiko nach Kuba

    Mit dem Besuch von Papst Benedikt XVI. wollen Staat und Kirche auf Kuba ein neues Kapitel ihrer Koexistenz aufschlagen. Das deutsche Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche wurde am Montag auf der Karabikinsel erwartet. Daran knüpfen viele Kubaner die Hoffnung auf wirtschaftlichen und politischen Wandel. Im Gegenzug setzt die Kirche auf eine Wiedergeburt des Glaubens in einem Land, das einst den Atheismus in der Verfassung verankert und Weihnachten zum normalen Arbeitstag erklärt hatte.

    Treffen zwischen Castro und dem Papst

    Präsident Raul Castro will Benedikt zum Auftakt des dreitägigen auf dem Flughafen von Santiago de Cuba empfangen. Castro, der vor vier Jahren die Macht aus den Händen seines älteren Bruders Fidel übernahm, hat zum Teil mit Unterstützung der Kirche umfangreiche Reformen eingeleitet. Die einschneidendste Veränderung dürfte die Streichung von Millionen Arbeitsplätzen in Staatsbetrieben sein. Neue Stellen sollen durch Stärkung der Privatinitiative entstehen.

    Noch in Mexiko hatte Benedikt die kommunistische Herrschaft auf Kuba als nicht mehr zeitgemäß kritisiert. Für das Land müsse ein neues Gesellschaftsmodell gefunden werden. Dabei sei die Kirche, die außerhalb des Staates die größte und einflussreichste gesellschaftliche Gruppe ist, bereit zu helfen. Unklar war, ob Benedikt auch den 85-jährigen Fidel Castro und den venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez treffen wird. Chavez hält sich zur Krebsbehandlung in Kuba auf und hat sich seit seiner Erkrankung wieder der Religion zugewandt. In Kuba sind sich Staat und Kirche in den 1990er Jahren wieder näher gekommen. Benedikts Vorgänger Johannes Paul II. hatte Kuba vor 14 Jahren besucht. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGM) kritisierte Massenfestnahmen von Dissidenten und Bettlern unmittelbar vor dem Papstbesuch. In Havanna seien etwa 70 Oppositionelle und 100 Bettler festgesetzt worden.

    Imagepflege statt Menschenwohl

    Dem kommunistischen Regime seien die Bettler, die es offiziell in Kuba seit langem nicht mehr gebe, vor den Augen des Papstes offenbar peinlich. Die IGFM kritisierte, die Verhaftung der Bettler stelle eine massive Verletzung der Menschenrechte und einen unmenschlichen Angriff auf völlig Hilflose dar. Kubas Führung kümmere sich mehr um ihr Image als um die eigene Bevölkerung. Während die verhafteten Bürgerrechtler zum Teil wieder aus der Haft entlassen worden seien, hätten Polizisten die Bettler in ein sogenanntes Auffanglager gebracht. Aller Wahrscheinlichkeit nach würden sie erst nach Ende des Papstbesuchs entlassen.

    Lateinamerikanischen Medien zufolge sind unter den festgenommenen kubanischen Regimekritikern auch 18 Mitglieder der "Frauen in Weiß", einer Protestgruppe von Ehefrauen, Müttern und Töchtern inhaftierter Dissidenten. Unter Berufung auf die kubanische Menschenrechtsorganisation "Comision Cubana de Derechos Humanos y Reconciliacion Nacional" (CCDHRN) hieß es weiter, die Regierung in Havanna habe vor dem Papstbesuch ihren Druck erhöht.

    "Wir werden alle da sein"

    Die "Damas de blanco" (Frauen in Weiß) kündigten dessen ungeachtet an, am Mittwoch an einem Gottesdienst mit Benedikt XVI. auf dem Platz der Revolution in Havanna teilnehmen zu wollen. Die Sprecherin der Organisation, Bertha Soler, erklärte am Sonntag laut Medienberichten, die Frauen wollten auf ihrem Recht bestehen, den Papst zu hören. "Trotz der Repressalien der Regierung werden wir alle da sein, mit einem weißen Pullover, der Bilder des Heiligen Vaters und der Heiligen Jungfrau von Cobre trägt", zitiert die mexikanische Nachrichtenagentur "Notimex" die Sprecherin.

    Die Österreichisch-Kubanische Gesellschaft hat unterdessen gemeinsam mit anderen europäischen Organisationen der Kuba-Solidarität in einem offen Brief an die dänische Ministerpräsidentin und EU-Ratsvorsitzende Helle Thorning-Schmidt gefordert, dass sich die EU "ausgeglichener, zukunftsorientierter und konstruktiver gegenüber Kuba" verhalten solle als bisher.

    Seit 15 Jahren folge die EU dem "'Gemeinsamen Standpunkt der EU gegenüber Kuba', welcher - bewusst oder unbewusst - als ein bloßes Anhängsel der Kalte-Krieg-Strategie der US-Regierung die Prinzipien des Völkerrechts und die Souveränität des kubanischen Volkes verletzt", hieß es in dem am Montag veröffentlichten Schreiben. Es sei "höchst an der Zeit, diese undiplomatische Position, welche völkerrechtliche Prinzipien wie das der Selbstbestimmung verletzt, zu ändern."

    Quelle: APA

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