Leung Chun-ying neuer Verwaltungschef von Hongkong
Die Regierung der südchinesischen Metropole Hongkong wird künftig von Leung Chun-ying geführt. In der ehemaligen britischen Kronkolonie bestimmte am Sonntag ein Wahlmännergremium den 57-jährigen früheren Regierungsberater zum Nachfolger von Regierungschef Donald Tsang.

Foto © APLeung Chun-ying
Leung erhielt 689 der 1.200 Stimmen, sein größter Rivale Henry Tang kam auf 285 Stimmen. Der demokratische Kandidat Albert Ho konnte lediglich 76 Stimmen für sich verbuchen.
Die größte pro-chinesische Partei hatte sich in letzter Minute hinter Leung, den Sohn eines Polizisten, gestellt. Der 59-jährige Tang, reicher Erbe eines Textilunternehmers, galt zunächst als Pekings Favorit, leistete sich dann aber im Wahlkampf eine Reihe von Skandalen. Leung löst Tsang im Juni ab. Vor dem Urnengang hatte Leung angekündigt, alles zu tun, um die "negative Wahrnehmung" der Wahl auszuräumen.
Vor dem Tagungsgebäude am Hafen demonstrierten tausende Hongkonger für demokratische Wahlen. In Hongkong, das seit 1997 wieder zur Volksrepublik China gehört, wird der Regierungschef nicht direkt vom Volk, sondern von den 1.200 Mitgliedern eines Wahlgremiums gewählt. Auch innerhalb des Gebäudes kam es zu Protesten einiger Dutzend Aktivisten. "Wir wollen sofortige Direktwahlen", skandierten sie. Für 2017 hat Peking direkte Wahlen versprochen, allerdings will es sich das Recht vorbehalten, Einspruch gegen Kandidaten zu erheben.
Der Wahlkampf in der Sieben-Millionen-Einwohner-Metropole, die über begrenzte Autonomie von Peking verfügt, war diesmal ungewöhnlich offen und heftig. Die Vorgänger Leungs waren ohne größeren Widerstand bestimmt worden.












