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Zuletzt aktualisiert: 18.03.2012 um 04:41 UhrKommentare

Tausende trauern um verstorbenen Kopten-Papst

Foto © APA

Tausende Gläubige haben am Samstag um den im Alter von 88 Jahren verstorbenen Patriarchen der koptisch-orthodoxen Kirche in Ägypten, Shenouda III., getrauert. Sie versammelten sich in der Kathedrale der Hauptstadt Kairo, um des Kirchenoberhaupts zu gedenken. Laut amtlicher ägyptischer Nachrichtenagentur Mena war der Patriarch an Leber sowie Lungen erkrankt und erlitt in der Früh einen Herzanfall.

Nach der Nachricht vom Tod Shenouda III. erklangen die Glocken der Sankt-Markus-Kathedrale in Kairo. Die koptisch-orthodoxe Kirche läutete damit eine Trauerzeit für den Patriarchen ein. Die Beerdigung wurde für Dienstag angesetzt. "Christen wie Muslime werden seinen Tod bedauern, er war vor allem ein Patriot", gab sich ein 37-jähriger Mann in dem Gotteshaus überzeugt. Die Kopten sind die größte christliche Glaubensgemeinschaft im Nahen Osten und machen bis zu zehn Prozent der 80 Millionen Einwohner Ägyptens aus.

Shenouda III., geboren im August 1923, war im Jahr 1971 zum Patriarchen der koptisch-orthodoxen Kirche in Alexandria ernannt worden. Er führte die Kopten über eine Generation, die ein Erstarken des Islamismus in Ägypten erlebte. Die Kopten sind in Ägypten immer wieder Ziel von Gewalt. Am 1. Jänner des vergangenen Jahres waren nach einer Neujahrsmesse in der nördlichen Stadt Alexandria mehr als 20 Gläubige bei einem Anschlag getötet worden. Anfang Oktober kam es zu schweren Zusammenstößen zwischen Kopten, Muslimen und Sicherheitskräften. Dabei starben 25 Menschen.

Die römische-katholische Kirche übermittelte den ägyptischen Kopten noch am Samstag ihr Beileid zum Tod des Patriarchen. Papst Benedikt XVI. schließe ihn in seine Gebete ein, teilte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi in Rom mit. Auch US-Präsident Obama kondolierte. In einer Erklärung würdigte er die von Shenouda III. geleisteten "Beiträge zur Unterstützung des Friedens und der Zusammenarbeit".

Quelle: APA

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