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    Zuletzt aktualisiert: 18.03.2012 um 12:52 Uhr

    Kopten-Papst Shenouda III. gestorben

    Der koptische Papst Shenouda III. ist am Samstag im Alter von 88 Jahren gestorben. Am Abend versammelten sich in Kairo mehrere Tausend Kopten vor der Kathedrale von Kairo, um für Sheniuda zu beten.

    Der Leichnam des verstorbenen Kopten-Papstes Shenouda III. wird in der Abassyia-Kathedrale in Kairo aufgebahrt

    Foto © ReutersDer Leichnam des verstorbenen Kopten-Papstes Shenouda III. wird in der Abassyia-Kathedrale in Kairo aufgebahrt

    Millionen Ägypter trauern: Papst Shenouda III., Oberhaupt der koptischen Kirche, ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Er stand den weltweit rund zehn Millionen koptischen Christen vor, von denen die meisten im Nahen Osten leben.

    Nach Bekanntwerden der Nachricht am Samstagabend versammelten sich Tausende Kopten vor der Kathedrale von Kairo, um für Shenouda zu beten. Tausende verabschiedeten ihn auch am Sonntag bei einem Gottesdienst in Kairo. Sein Leichnam wurde zur Trauerfeier aufgebahrt. Wie das ägyptische Staatsfernsehen berichtete, wurde die Messe in der Markus-Kathedrale von Bischof Pachomius geleitet, der für zwei Monate die päpstlichen Aufgaben übernimmt, bis ein neuer Papst bestimmt ist. Am Dienstag ist die Trauerfeier geplant. Dann muss die größte christliche Gemeinde im Nahen Osten, die in Ägypten knapp zehn Prozent der Bevölkerung stellt, erstmals seit 40 Jahren wieder ein neues Oberhaupt bestimmen.

    Shenouda war Ende 1971 zum Papst von Alexandria und zum Patriarchen der koptisch-orthodoxen Kirche gewählt worden. Der Gemeinde gehören in Ägypten nach offiziellen Angaben etwa acht Millionen Menschen an. Kopten gehen davon aus, dass es zwei Millionen mehr sind, da Muslime, die zum Christentum konvertieren, dies aus Angst oft nicht öffentlich machen. Weltweit sind es demnach mehr als zehn Millionen, auch in Deutschland gibt es koptische Gemeinden.

    Shenouda war in den vergangenen Jahren mehrfach zur medizinischen Behandlung an Leber, Darm und Lunge im Ausland. Aus aller Welt reisen derzeit koptische Geistliche an, um an der Beerdigung am Dienstag teilzunehmen. Wie die Zeitung "Al-Ahram" unter Berufung auf Kirchenkreise berichtete, wird er nach dem offiziellen Trauergottesdienst auf eigenen Wunsch in einem Wüstenkloster im nordägyptischen Wadi Natrun begraben. Dorthin hatte ihn einst der frühere ägyptische Präsident Anwar El-Sadat in die Verbannung geschickt. Der Vorwurf lautete, Shenoudahabe "Zwietracht" zwischen Kopten und Muslimen gesät. Unter Husni Mubarak durfte der Papst sein Amt dann wieder ausüben.

    Auch in Europa zeigten sich Kleriker betroffen über den Todesfall. Der österreichische Kardinal Christoph Schönborn erklärte: "Mit dem Tod von Papst Shenouda verliert die Christenheit einen der profiliertesten und nachhaltig wirksamsten Oberhirten." Der Wiener SP-Abgeordnete und Vorstand der "Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen" Omar Al-Rawi teilte mit, er spreche der koptischen Gemeinde Wiens und Österreichs sein tiefstes Beileid und Mitgefühl aus. In der heiklen Situation des demokratischen Umbruchs, in der sich Ägypten befinde, werde eine "Integrationsfigur" wie Shenouda fehlen. Der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, nannte den Verstorbenen als "Brückenbauer der koptischen Christen". Die koptische und die katholische Kirche stehen einander theologisch sehr nahe. Auch Papst Benedikt kondolierte, wie der Vatikan mitteilte.

    Ägyptens Großmufti Ali Gomaa beschrieb Shenoudas Tod als "Tragödie und großes Leid für Ägypten und sein Volk". Auch die Freiheits- und Gerechtigkeitspartei der Muslimbruderschaft trauerte um das Oberhaupt der Kopten und würdigte Schenudas "bedeutende Beiträge" zur Innen- und Außenpolitik des Landes. Die liberale Al-Wafd-Partei lobte Shenoudas "Weisheit, die Ägypten sektiererischen Unfrieden" erspart habe.

    Die Kopten fühlen sich in Ägypten von der muslimischen Bevölkerungsmehrheit unterdrückt und diskriminiert. Immer wieder kommt es zwischen Muslimen und der christlichen Minderheit zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Anfang vergangenen Jahres waren vor einer Kirche in der Hafenstadt Alexandria in der Silvesternacht mehr als 20 Menschen bei einem Bombenanschlag getötet worden. Im Oktober kamen bei blutigen Zusammenstößen zwischen Kopten und Muslimen in Kairo 26 Menschen, überwiegend Christen, ums Leben.

    Quelle: APA

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