Kongolesischer Milizchef schuldig gesprochen
Der ehemalige kongolesische Rebellenführer Thomas Lubanga Dyilo ist am Mittwoch vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag für schuldig befunden worden, in seiner Heimat Hunderte Kinder als Soldaten missbraucht zu haben.

Foto © APThomas Lubanga Dyilo
Der ehemalige kongolesische Rebellenführer Thomas Lubanga Dyilo ist am Mittwoch vom Internationalen Strafgerichtshof (IStGH/ICC) in Den Haag für schuldig befunden worden, in seiner Heimat Hunderte Kinder als Soldaten missbraucht zu haben. Es handelt sich um ein historisches Urteil: Der 51-Jährige war der erste mutmaßliche Kriegsverbrecher, der vom IStGH festgenommen und vor Gericht gestellt wurde. Für wie viele Jahre Lubanga ins Gefängnis soll, wollen die Richter zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden.
Der heute 51-Jährige war während des Bürgerkrieges in dem zentralafrikanischen Land (1998-2003) Chef der brutalen Rebellengruppe Union Kongolesischer Patrioten (UPC) und später Anführer der Miliztruppe Patriotische Front für die Befreiung des Kongo (FPLC). Die Gruppen sollen für zahlreiche Massaker an verfeindeten Volksgruppen verantwortlich sein. Sie kämpften unter anderem mit einer "Kinderarmee". Ziel der untereinander zerstrittenen Milizen war es, die Regierung in der Hauptstadt Kinshasa zu stürzen, der Misswirtschaft und Korruption vorgeworfen wurde. Lubanga saß seit März 2006 in Untersuchungshaft.












