Tamilen fordern Aufarbeitung von Kriegsverbrechen

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Vor dem UNO-Sitz in Genf haben sich am Montag rund 2.000 Tamilen aus allen Teilen Europas zu einer Kundgebung versammelt. Sie verlangten die Schaffung eines internationalen Gerichts, das über 2009 von den Behörden Sri Lankas in der Endphase des Bürgerkriegs begangenen Kriegsverbrechen urteilen solle.
Die Kundgebungsteilnehmer zogen vom Genfer Bahnhof bis zur Place des Nations. Es wurden Fahnen der unterlegenen Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) geschwenkt, ebenso wie britische und französische Fahnen. Auf Spruchbändern forderten die Demonstranten die Selbstbestimmung des tamilischen Volkes und prangerten den "Völkermord" an.
"Die Kriegsverbrechen sind bewiesen. Wir verlangen Gerechtigkeit", hieß es auf zahlreichen Spruchbändern. Andere verlangten, dass Sri Lanka "die Liste der 18.000 Gefangenen" veröffentliche, andere prangten den Missbrauch von Kindern als "Sexsklaven" an. Auf der Place des Nations wurde den Opfern des Bürgerkriegs gedacht.
Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen wurden während der letzten Monate der Armee-Offensive gegen die Tamilen-Rebellen bis zu 40.000 Zivilisten getötet. Laut UNO-Experten gibt es "glaubhafte Vorwürfe" gegen beide Bürgerkriegsparteien - LTTE und Armee -, Kriegsverbrechen begangen zu haben. Sri Lanka räumte zwar inzwischen den Tod von 8.000 Menschen ein, lehnt aber eine unabhängige Untersuchung ab.
Die Armee von Sri Lanka hatte mit einer Militäroffensive im Mai 2009 einen fast vier Jahrzehnte langen blutigen Bürgerkrieg beendet, in dem die Tamilen-Rebellen für einen eigenen Staat im Norden des Landes kämpften. Während des Konflikts sollen bis zu 100.000 Menschen ums Leben gekommen sein.












