Doktorarbeit von Stoibers Sohn wird untersucht
Der Sohn des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber, Dominic Stoiber, muss offenbar eine Aberkennung seines Doktortitels an der Universität Innsbruck fürchten. Die Dissertation Stoibers werde routinemäßig überprüft, wie in allen Fällen, in denen der Vorwurf des Plagiats erhoben wird, erklärte Uwe Steger, Sprecher der Universität Innsbruck, der APA.
Stoiber selbst war für eine Stellungnahme vorerst nicht erreichbar. Ob ein Verfahren zur Nichtigerklärung der Beurteilung beziehungsweise zum Widerruf des akademischen Grades eingeleitet worden sei, könne wegen der Amtsverschwiegenheit weder bestätigt noch dementiert werden, betonte Steger in einer Stellungnahme. Grundsätzlich würden jedoch derartige Verfahren von dem Universitätsstudienleiter auf Basis von Fachgutachten entschieden. Werde eine Beurteilung für nichtig erklärt, könne dagegen beim Akademischen Senat berufen werden. Mit einer Bestätigung durch diese Instanz wäre die Entscheidung dann aber rechtskräftig. Die Uni soll die Doktorarbeit bereits seit vergangenen Herbst unter die Lupe nehmen, berichtete die TT.
Stoiber, der als Kommunalpolitiker in Bayern tätig ist, hatte die Arbeit mit dem Titel "Die Föderalismusreform I der Bundesrepublik Deutschland - Beschreibung und Bewertung der Reform und eine Analyse der Bewährung in der Praxis anhand des Nichtraucherschutzes" 2010 eingereicht. Unter anderem setzt sich die Arbeit laut der Kurzbeschreibung im Online-Katalog der Universität Innsbruck mit der 2003 eingesetzten Föderalismuskommission auseinander. Sie hatte die Aufgabe, unter dem Vorsitz von Edmund Stoiber (CSU) und Franz Müntefering (SPD) Vorschläge für eine neue Kompetenzaufteilung zwischen Bund und Ländern zu erarbeiten.












