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Zuletzt aktualisiert: 29.02.2012 um 15:43 UhrKommentare

ÖGB gegen "prekäre Arbeitsverhältnisse"

Foto © APA

Anlässlich des Aktionstages „Santa Precaria" hat am Mittwoch in Wien eine "Prozession gegen prekäre Arbeitsverhältnisse" stattgefunden. ÖGB-Bundesfrauenvorsitzende Brigitte Ruprecht forderte in ihrer Rede einen "sofortigen Mindestlohn in Höhe von 1.300 Euro" und eine Bekämpfung des Phänomens "working poor" durch Staat und Wirtschaft.

Rund 450.000 Menschen seien laut ÖGB trotz Erwerbstätigkeit von Armut gefährdet. "5,77 Euro Bruttoverdienst pro Stunde sind keine Seltenheit. Das bedeutet bei einer Arbeitszeit von 40 Stunden die Woche weniger als 1.000 Euro Brutto im Monat", hieß es weiter.

Vor allem Frauen, Alleinerziehende, Pensionierte und Beschäftigte im Niedriglohnbereich wie Gastronomie und Reinigungsdiensten seien von prekären Dienstverhältnissen betroffen, so Ruprecht und Vondrassek. Christine Rudolf von den unabhängigen Gewerkschaftern innerhalb des ÖGB ergänzte gegenüber der APA, dass auch viele im Sozial- und Kulturbereich Beschäftigte betroffen seien.

Judith Reitstätter von der GPA-djp machte darauf aufmerksam, dass in manchen Branchen wie beispielsweise dem Journalismus eine Vollzeit-Anstellung mittlerweile „das atypische Beschäftigungsverhältnis" sei. Die Mehrzahl der Beschäftigten habe freie Dienstverträge, Werkverträge oder arbeite auf Basis von Honorarnoten.

Doris Lutz von der AK Wien fordert eine "Beweislastumkehr" um Beschäftigte zu schützen. Durch diese Maßnahme müssten in Zukunft Arbeitgeber das atypische Dienstverhältnis vor Gericht beweisen, nicht mehr wie bisher die Arbeitnehmer.

Im Jahr 2001 wurde von italienischen Aktivisten "San Precario" ins Leben gerufen, als Schutzpatron für alle von Prekarisierung Betroffenen. Der Aktionstag fand heuer zum zweiten Mal seit 2008 in Österreich für die Schutzpatronin „Santa Precaria" statt. Die Aktion mit einer Performance und einer anschließenden Prozession wurde gemeinsam von der GPA-djp, der vida, dem ÖGB und der AK organisiert. Insgesamt nahmen rund 40 Personen teil, etwa 20 davon in schwarzen Kutten.

Quelle: APA

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