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Zuletzt aktualisiert: 25.02.2012 um 15:59 UhrKommentare

Wieder Tote bei Unruhen im Afghanistan

Foto © APA

Bei den Protesten in Afghanistan gegen die Verbrennung von Koran-Exemplaren durch US-Soldaten hat es am Samstag weitere Tote gegeben. Im afghanischen Innenministerium in Kabul wurden nach Regierungsangaben zwei US-Berater getötet. Bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften in der Provinz Logar wurde ein Mensch erschossen. In Kunduz wurden drei Menschen getötet.

Bei der Schießerei im afghanischen Innenministerium in Kabul sind nach NATO-Angaben zwei Angehörige des Militärbündnisses getötet worden. Nach ersten Erkenntnissen habe der Angreifer seine Waffe gegen Angehörige der Afghanistan-Truppe ISAF gerichtet und zwei von ihnen getötet, erklärte die NATO am Samstag. Laut afghanischen Regierungsangaben handelt es sich bei den Opfern um zwei US-Berater.

Nach offiziellen Angaben kam es auch südlich der Hauptstadt Kabul in der Provinz Logar zu einer Schießerei, als Hunderte wütende Demonstranten mit den Sicherheitskräften zusammenstießen. Dabei sei ein Mensch erschossen worden, teilten die Behörden mit. Zwei weitere Menschen seien verletzt worden.

Bei dem Angriff tausender Demonstranten auf einen Gebäudekomplex der UNO wurden am Samstag in der nordafghanischen Stadt Kunduz drei Menschen getötet und 47 verletzt. Die Demonstranten versuchten, das Gebäude zu stürmen, die Polizei halte sie davon aber ab, sagte ein Polizeisprecher. Die Angaben über die Toten und Verletzten kamen von den Gesundheitsdiensten.

Auslöser der Proteste war der Fund von verkohlten Koran-Exemplaren durch afghanische Arbeiter auf einer Müllhalde des US-Stützpunkts Bagram bei Kabul. Die USA haben sich mittlerweile für ihr Verhalten entschuldigt. Die Bücher sollten zusammen mit anderer "extremistischer Literatur" aus einer Bibliothek für Gefangene in Bagram entsorgt werden, wie aus US-Kreisen verlautet war. Die Ereignisse zeugen von der tiefen kulturellen Kluft zwischen den USA und Afghanistan auch mehr als zehn Jahre nach dem Einmarsch der US-Truppen zum Sturz der islamistischen Taliban. Der Koran gilt den Muslimen als direktes Wort Gottes und die Verbrennung des Buches als Gotteslästerung.

Quelle: APA

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