Telekom: Geld für Joggen mit Kanzler?
Ex-Manager suchten Kontakt zu Gusenbauer, der will davon nichts wissen. Sein Name taucht aber nun in E-Mails früherer Telekom-Manager auf. Ebenfalls im Visier: BZÖ-Mann Wittauer lobbyierte für die Telekom.

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Noch immer dreht Alfred Gusenbauer regelmäßig Laufrunden durch Wien. So hielt er es auch als Kanzler: Zwischen 2006 und 2008 joggte er täglich durch den Volksgarten, gelegentlich begleitet von seinem Parteifreund Rudolf Parnigoni, bis 2008 Sicherheitssprecher.
Die Namen der beiden Laufpartner tauchen nun in E-Mails früherer Telekom-Manager aus dem Jahr 2007 auf, die "News" veröffentlicht. Die Telekom hatte ein Anliegen an Kanzler Gusenbauer ("Personalfragen"). Parnigoni sollte Mittelsmann sein: "Sobald wir das Signal geben, wird Rudi Parnigoni den nächsten Joggingtermin mit Gusenbauer vereinbaren." Dafür würde die Telekom den FC Gmünd, dessen Präsident Parnigoni ist, mit 8000 Euro sponsern, seinen Verein "Pro Niederösterreich" mit 3000 Euro.
"Keine Gegenleistung"
Parnigoni bestätigt zwar das "Sponsoring" für die zwei Vereine. Aber: "Es gab keine Gegenleistung. Ich habe niemandem einen Vorteil verschafft." Über ein Lauftraining mit dem Kanzler "hat nie wer mit mir gesprochen". Auch Gusenbauer will davon nichts wissen. "Dieses Anliegen wurde nie an mich herangetragen. Ich hatte nichts damit zu tun", sagt er zur Kleinen Zeitung.
Gusenbauers Name fiel schon einmal im Zusammenhang mit der Telekom. Lobbyist Peter Hochegger nannte ihn als einstigen Auftragnehmer. Gusenbauer dementiert. Er kenne Hochegger, aber "ich habe mit ihm nie über Geld gesprochen".
Auch der heutige ÖIAG-Chef Markus Beyrer, der als Aufsichtsratspräsident der teilstaatlichen Telekom die Aufklärung der Skandale vorantreiben sollte, war in den Mails ein Thema. Bis 2011 war Beyrer Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV). 2008 bekam er ein Schreiben des Telekom-Betriebsrats, der sich bei der IV über das Management beklagte. Die erhoffte Vertraulichkeit wurde nicht eingehalten, das Mail landete offenbar auf Anweisung Beyrers beim Telekom-Vorstand. Beyrer war gestern nicht erreichbar. Bei der ÖIAG weist man den Anschein mangelnder Distanz Beyrers zum früheren Telekom-Management "entschieden zurück".
BZÖ-Lobbyist
Die E-Mails erhellen auch die Rolle von Ex-BZÖ-Verkehrssprecher Klaus Wittauer. Über ihn flossen vor dem Nationalratswahlkampf 2008 über 900.000 Euro zu den Orangen. Mit der Telekom stand er schon früher in Kontakt, er sollte sich für die Lockerung des Monopols der Casinos Austria einsetzen.
Der Hintergrund: Die Telekom wollte 2006 zusammen mit der Firma Novomatic in das Glücksspielgeschäft einsteigen. Tatsächlich gibt es eine Presseaussendung Wittauers aus dieser Zeit. Er warf den Casinos Austria "unerträgliche Verfilzung" und "Freunderlwirtschaft" vor. Sein Urteil: moralisch verwerflich.












